First Responder ist in Kirn und in Kirn-Land fest etabliert -Schnelle Hilfe

Kategorie: Kirn, Kreis KH, Lokale News an Nahe und Glan, Blaulicht

 

Kirn. Vor zahlreichen Gästen, Vertretern aus Kommune und Wirtschaft stellte der bis 30 aktive und fast 1000 passive Mitglieder zählende DRK-Ortsverein Kirn Stadt und Land seine Arbeit und Dienste, Fahrzeuge und Räumlichkeiten auf der Kiesel vor, und zog nach zwei Jahren ein überaus positives Fazit über First Responder.

„Die Menschen südlich der Nahe leben anscheinend gesünder“, zog DRK-Bereitschaftsleiter Frank Weger ein Fazit, weil die meisten Einsätze in Kirn und den größeren Gemeinden Hennweiler, Hochstetten-Dhaun und Simmertal sind. First Responder bedeutet Ersthelfer, ist im Landesrettungsdienstgesetz nicht verankert; - erst die Stadt Kirn und seit einem Jahr die VG Kirn-Land ermöglichten versicherungsrechtlich den Start und die Aufbauphase: „Wir fahren nur dann, wenn Kirn anderweitig im Einsatz ist“, erklärte Frank Weger die Strategie. „First Responder übernimmt keinen Fahr- oder Rettungsdienst, wir sehen uns rein unterstützend als wichtiges Bindeglied zwischen Ersthelfern und Rettungsdienst“. Dies sei „eine sehr gute und sinnvolle Sache im Interesse der Betriebe und der Menschen, die hier am Kreisende in der Fläche wohnen“, resümierte DRK-Vorsitzender Peter Wilhelm Dröscher. Gerade im ländlichen Raum müsse der Rettungsdienst weite Wege fahren. Sukzessive sollen zu den vier Aktiven zwei weitere noch dieses Jahr das Team verstärken, bekräftigte Frank Weger auf Nachfragen. Überlegungen einer Ausweitung sind im Gange: Es sei unbefriedigend, wenn man derzeit aufgrund vertraglicher Hemmnisse nicht nach Bergen, Schmidthachenbach oder Seesbach fahren könne. Landtagsmitglied Peter Wilhelm Dröscher betonte, Innenministerium und DRK- Landesverbände seien First Responder positiv gesinnt, aber: Krankenkassen sind für die Abrechenbarkeit der Einsätze nicht in der Pflicht. Er nannte als Budget 25.000 Euro, was an Mitgliedsbeiträgen, Zuschüssen, Blutspendedienstbetreuung und Dienste übrig bleibt, um alle Kosten, Fahrzeuge, Räumlichkeiten und First Responder zu finanzieren. Dies werde zunehmend schwieriger. Der DRK-Vorsitzende gab sich kämpferisch, warb umso mehr um Unterstützung und Spenden.

>>>Stimmen: Joachim Reimann, Dienststellenleiter der Kirner Polizei: „Es ist für uns erkennbar, dass Lücken geschlossen werden. Die Kollegen vor Ort sind froh, wenn professionelle Kräfte am Einsatzort schnell gute Arbeit leisten“. Günther Gerhardt, VG-Kirn-Land: „Hut ab, vor dem was ihr leistet!“. Oliver Wilbert, Leiter der Rettungswache: „Die Einsätze verlaufen reibungslos, die Rückmeldungen sind okay“. Dr. Peter Jungblut, Chefarzt der Inneren Abteilung begleitet fachlich First Responder: „Hauptaufgabe ist die Überbrückung des therapiefreien Intervall. Es wurde eine kontinuierliche Verbesserung der Ergebnisse erreicht, wir haben keine einzige Klage“. Heinz Möhler vom Ordnungsamt der Stadt: „Da steckt viel Engagement und Herzblut drin. First Responder ist eine ganz tolle Sache, die gewürdigt und verankert werden muss, weil schnell Erste Hilfe vor Ort ist. Viele, ich auch, können nicht so helfen, wie es einmal vermittelt wurde“. Für Ulrike Böhm ist der Dienst zum Lebensinhalt geworden: „Dankbare Augen am Unfall- oder Einsatzort sind der schönste Lohn für mein Hobby. Es ist jemand da, der sich kümmert und das ist sehr wichtig“. DRK-Vorsitzender Peter Wilhelm Dröscher: „Wir müssen die am Gemeinwohl vorbildlich geleistete Arbeit mit optimaler Ausstattung bis hin zum sparsamen Fahrzeug unterstützen“.

 

Im FOKUS: First-Responder Statistik: Die Bereitschaft ist täglich von 16 bis 6 Uhr, am Wochenende freitags von 13 Uhr bis montags 6 Uhr. 2011 standen 35 Einsätze zu Buche, 19 in Kirn und 16 in Kirn-Land. In diesem Jahr gab es 35 Einsätze, am vergangenen Sonntag zwei: 13 Stadt Kirn, 12 VG. Innerhalb einer Minute ist First Responder unterwegs. In vier Minuten in Kirn, und in sieben Minuten in der VG vor Ort. Mitarbeiter in Schmidthachenbach und Weitersborn haben Ausrüstung, in Hennweiler hat Ulrike Böhm ein Auto und in Kirn ist Frank Weger ebenfalls mit Auto vor Ort. Der DRK-Ortsverein kann auf ein drittes Auto aus dem Katastrophenschutz des Kreises zurückgreifen.


Frank Weger (Kirn) erklärt das System