Griechen waren zu Gast in Meddersheim! Einmalig landesweit. Krise und Euro- Niedergang hat Ursachen in getürkten Zahlen, Misswirtschaft & Abzocke- Juli 2012

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Juli 2012: 160 renommierte Professoren und Ökonomen gegen Merkels Kurs.

Einzige kommunale Partnerschaft landesweit mit den Griechen aus Nea Kios

Meddersheim jubelte: Hurra, die Griechen kommen? Oha! - Wie Donnerhall schallte es durch die 1320-Seelen-Weinbaugemeinde. Kein Amtsblatt berichtete, die CDU- Bürgermeisterin tat sich als „Zugpferd“ im Vorfeld schwer, verlagerte im Großen und Ganzen die Partnerschaft dorthin, wo sie hin gehört, weil doch mehr der OSC Bad Sobernheim und der Deutsch-Griechische Club Sobernheim / Meddersheim sowie der einstige FWG- Bürgermeister Tilo Krauß diese Partnerschaft mit Nea Kios seinerzeit ab 2006 anbandelte und 2008 mit einer Partnerschaftsurkunde und mit einem Bürgermeister besiegelte, der heute nicht mehr im Amt ist. Nea Kios wird von Argos verwaltet. Es ist rheinland-pfalz-weit die einzige Partnerschaft mit der Kommune am Argolischen Golf im Nordosten der Peloponnes. Irgendwie schien das Thema Partnerschaft negativ behaftet. Die ständige Betreuung und Organisation lag in den Familien von Horst Gerber, Wolfhart Dhonau, Tilo Krauß, Horst Ponert und Rolf Schatto sowie bei Ilse Bauer. Sie trotzte dem Gemeinderat in einer öffentlichen Sitzung Sitzungsgelder zur finaziellen Unterstützung ab. Auch der TuS Meddersheim, die Ortsgemeinde, der örtliche Schützenverein und die VG-Verwaltung (Besuch: Barfußpfad, Freilichtmuseum, Schwimmbad) haben den 19 griechischen Gästen, darunter 13 Jugendlichen zwischen 13 und 16 Jahren ihren Aufenthalt so angenehm wie möglich gemacht. Chapeau! Tenor war: Hut ab, dass die Griechen gekommen sind, schön dass sie herzliche Gastfreundschaft erfahren durften.

Fragen drängen sich auf: Wann geht es uns wie den Griechen? Wäre es den Griechen nicht wohler, sie hätten „ihre“ Drachmen noch? Wer einmal dort war, kennt die mediterrane Gelassenheit, spartanisches Lifestyle, der Pathos von Freiheit und Ehre, mit dem sich, jedenfalls 2012, nichts kaufen kann, und das „kommst du heut nicht- kommst du morgen- vielleicht auch nicht“- Gefühl, das man in Spanien und auf der Iberischen Halbinsel als „manjana“ nennt. Monotone Olivenhaine, weite Inselwelt und Hügelland, spartanische Tourismusindustrie  ohne Infrastruktur. Hinzu kommen jährlich Brände, Dürreperioden, rapide zurückgehende Ausfuhren. Wegen der Schuldenlast lohnt sich Arbeit nicht. Griechen durchleiden eine Krise, wie wir sie uns in Deutschland nicht im Traum vorstellen können! Ein griechisches Sprichwort sagt: „Brennt das Haus deines Nachbarn- wird auch dein eigenes bald Feuer fangen.“

Was zeigt: Kein Wachstum ist unendlich- bei uns schon gar nicht. Nie waren die Steuereinnahmen größer, nie die Staatsverschuldung höher. Paradox! Und mit Schulden tilgt man keine Schulden, jedenfalls wäre das für einen Selbstständigen in der freien Marktwirtschaft unmöglich. Nie bekäme er einen Cent dazu geliehen. Die Agrarindustrie und viele habgierige skrupellose Unternehmen und ihre Billig-Arbeiter werden hierzulande subventioniert, Banken ohne jede Kontrolle bringen Milliarden durch. Ein Skandal. Der Staat stürzt sich auf den Export und beutet den Mittelstand aus, Kommunen sind längst pleite. Rettungsschirme mit horrenden Summen aus Schulden werden aufgespannt, Begehrlichkeiten geweckt: Jeder weiß, das dies nicht gut gehen kann und alle machen mit. Alternativlos (Unwort des Jahres schon 2010) werden gut gedachte Stabilitätsmechanismen ad Absurdum geführt. Wie lange noch kann sich das Land der Dichter und Denker wissentlich solch groteske Misswirtschaft auf Pump noch leisten?

Gewiss geht es vielen in Biafra Geborenen, in Timbuktu, im Tschad oder der Mehrheit der Menschen in Grozny viel schlechter. Sie haben es sich nicht ausgesucht. Wenn jetzt im Juli 2012 Professoren und 160 kluge Ökonomen sich gegen Freifahrtscheine für europäische Bankenrettung aussprechen, wollen sie Lobbyisten Zocker und Abzocker treffen. Recht so. Immer mehr Menschen erfahren am eigenen Leib, dass wir eine düstere Zukunft vor uns haben, die pro Kopf-Verschuldung beträgt 25.500 Euro. Wir landen noch unsanft auf den Boden der Tatsachen, weil immer mehr Menschen mit dem Einkommen nicht mehr auskommen.

Einzige Wermutstropfen: Es war schon immer so, und eine Geldentwertung, um das "Eingemachte" auf der hohen Kante zu dezimieren ist längst überfällig. Rhein-Zeitung vom 7.7.2012:  "Zinstief frisst das Sparguthaben". Als der „Alte Fritz“ die Staatskasse geplündert hatte, sagte er zum Pöbel: „Macht euren Dreck doch alleene“. Heinrich Heine wurde einst (falsch) zitiert: „Denk ich an Deutschland in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht“. Und Nobbi Blüm?: „Die Rente ist sicher!“ oder Adenauer: „Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern…“


Im Weinhaus Enkirch

Die Delegation aus Nea Kios