"Aleman" ran an die Bouletten: NEUES von AHA und lost bis Corona Diktatur

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Fotos unten. Mach klick: Sprachforscher sammeln rund 1000 neue Wörter – das ist eine ganze Menge! Germanistisch korrekt ist anders. Von Bernd Hey. Am Anfang der Corona-Krise ab 16. März 2020 in D waren Hamsterkäufe mit Klopapier, Nudeln und Mehl ein mysteriöses Thema. Beim zweiten Lockdown am 16. Dezember weniger. Corona-Diktatur und Rückführungspatenschaften sind zu Unwörtern des Jahres 2020 gekürt worden, aber auch das Jugendwort 2020 lost (verloren sein) oder seit Jahren „im flow sein“ (läuft gerade bei Dir!) bestimmen zunehmend das Sprachjargon. „Cringe" erreichte nach lost mit 28 Prozent den zweiten Platz und beschreibt etwas Peinliches und Unangenehmes, „Wyld“ (wild) wird umgangssprachlich verwendet, um etwas Krasses und Besonderes zu beschreiben. Sauftrag für Besäufnis, No front (nicht verletzend), Digga für Freund oder Kumpel Mashallah als Ausdruck für ein Lob, zählten 2020 zu den Top 10. 2008 war die Gammelfleischparty (für Treffs >oder von Ü30!-Partys) das Jugendwort.

„Digital entgiften“ wurde ebenfalls vom IDS (Leibnitz-Institut für Deutsche Sprache) aufgenommen und steht quasi für schädliche Folgen bei der Nutzung sozialer Medien im Web. Komplizierte Sachverhalte auf einen Nenner bringen, ist trendy und flutscht, funktioniere interessanterweise auch mit Ironie. So hat sich etwa der Begriff Aluhut für Menschen durchgesetzt, die Verschwörungstheorien anhängen. Andererseits stehen viele der neuen Begrifflichkeiten längst in alten Kladden, sind relauncht, aufgewärmt. Aber wer hier nicht mit der Zeit geht – geht mit der Zeit, anders ausgedrückt, ist out und ein loser, denn die neuen Begriffe und Anglizismen bis hin zu ganzen Algorithmen vereinfachen komplizierte Sachverhalte in allen Themenfelder des täglichen Lebens ungemein.

Kein anderes Thema hat den Wortschatz 2020 so geprägt wie Corona. Die Wörter und Wortverbindungen reichen etwa von Abstandsgebot und AHA-Regel mit Gesichtskondom über Balkonklatscher, Hotspot und Abstrichkabine, C-Wort, R-Wert-Ampel, Quarantäneblase, Coronials, Drive-in-Test, Shutdown, Lockdown, Social Distancing und Systemrelevant, Superspreaderereignis und Wellenbrecherlockdown bis zu Zoomparty und Coronasoforthilfe und Coronarettungsschirm. Mit dem Präfix (auch Vorsilbe) zu dem Wortstamm Corona oder der Covid-19 Pandemie sind 324 Wörter neu definiert, ohne detailliert auf die Mutationen und Genom Sequenzierungen N 501Y oder E 484 K oder die Präsenz einzugehen. Ebenso sind solche Wortschöpfungen wie „Fußshake“, „Home-Work-Out“, „Anticoronaprotest“, „Wir bleiben zuhause“-Sticker, „Infektionscluster“ oder „Impfstraße“ als Wortschatz bei der Aufzählung nicht berücksichtigt.

Und was bitteschön ist Multitasking oder Schubladendenken?, was ein Staatstrojaner, ein deutscher Alman, oder ein Demokratie-Clash? Interessant. Letzteres bezeichnet den Zusammenprall, etwa den Sturm auf das US-Kapitol und der „Alman“ schwirrt vor dem geistigen Auge als typisch Deutscher Sandalentreter in weißen Socken, Shorts und mit Bierbauch umher….