Ein Mitmach-Museum im alten Jokel´schen Steinbruch in Staudernheim sorgt in Sichtweise des Barfußpfades für Aufsehen - Moos und Stein - Geschichte zum Anfassen

Kategorie: Kreis KH, Nachbarschaft, Lokale News an Nahe und Glan, Beruf und Handwerk

 

NATUR-NAHE: Das Mitmachmuseum eröffnete in Staudernheim

Staudernheim. Das alte Jokel´sche Steinbruchgelände am Ende der Schulstraße No.47 wurde aus seinem Dornröschenschlaf wach geküsst: Nach zweijähriger unermüdlicher Arbeit und wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen entstand hier durch Ursula und Michael Altmoos ein Freiland-Erlebnisgelände. Die Aufbauarbeit des Mitmachmuseums für Naturschutz, „Nahe der Natur“, ist jetzt zugänglich und fängt langsam an, Früchte zu tragen. Das etwa sieben Hektar große Areal besteht aus mehreren Bereichen, die schrittweise auf- und ausgebaut werden, Kinder und Familien erwartet ein wahres Entdeckerparadies. Es gibt Info- und Erlebnisstationen, Naturkunst und Überraschungen. Am Eingang scheint jahrzehntelang die Zeit still gestanden zu haben: Auf einem nostalgischen Zelt-Klappstuhl steht ein Schild mit der Aufschrift „Schmiede- ältester Bau des Geländes (1894). Wir bemühen uns um baldige Sanierung“.

Ein heller und einladender Ausstellungsraum ist im Parterre des früheren Büro- und Wohngebäudes aus einer alten „Rumpelkammer“ entstanden. Hier gibt’s Literatur und Buchtitel, die zum Ensemble passen. In einer Schatzkiste wird auf einem Samtkissen ein epochaler Dinosaurier Unterkieferknochen aufbewahrt. Die Mitglieder des Vereins Staudernheimer Geschichte kennen sich hier bestens aus: Lange war der Steinbruch bedeutender Arbeitgeber im Ort, 1968 sei hier der letzte Stein gebrochen worden. „Hier war unser Abenteuerspielplatz“, erinnert sich Paul-Hermann Dahl, Mitglied im Verein Staudernheimer Geschichte, der mit Publikationen und Veröffentlichungen, aber insbesondere mit seinen Fotos über heimische Achate aus Staudernheim, Steinhardt bis hin nach Desloch für Aufsehen bei den Besuchern sorgt und eine Ausstellung farbenprächtiger Exponate zeigt. Jedes Stück ist ein einzigartiges Urzeit-Unikat, erklärt der Experte. Übrigens: Zwischen den Achaten und den „Steinhardter Erbsen“ liegen stolze 200 Millionen Jahre.

Das ganze Areal ist nun auf angenehme Weise begehbar, höchsten Respekt zollen Besucher der Leistung des Ehepaares Altmoos, beide ausgewiesene und studierte „rer.nat“ Biologen, die sich einen Traum verwirklichten und ein beeindruckendes Kleinod schufen. „Der Zauber des Abenteuers, des Verborgenen, aber auch die Rückseite der Medaille bleibt erhalten“, erklärt Altmoos schmunzelnd eine völlig mit Moosen bewachsene Fläche, das „Mooseum“. Augenzwinkernd zeigt er auf ein Schild mit Tipps, wie lästig Moos doch ist. Empfehlenswert: Einstiegsführungen und gezielte Aktionen auf dem insgesamt vier Kilometer langen Erlebnis-Wandelpfad: „Rechtsrum geht es durch einen Steingarten in die romantische Ebene, links sind die Steinbrüche erhalten. Unser Angebot fällt keinem zur Last: Wir pflegen die Freinatur und wollen lediglich das Gelände, Flora und Fauna im Ursprung erhalten. Seit zwei Jahren wohnt die Familie in Staudernheim. Ein ganz seltener Anblick: Das „Mooseum“; -mehrere Moosarten überwuchern Stock und Stein und alte Eisengerätschaften aus grauen Vorkriegszeit oder Wirtschaftswunderjahren.

Die Aufnahme in das Projekt „Lebendige Nahe“ der Deutschen Umwelthilfe und des Regionalbündnis Soonwald-Nahe sprach dessen Vorsitzender Dr. Rainer Lauf am Eröffnungstag aus, und überreichte das offizielle Schild. Mit anderen sehens- und schützenswerten Naturstationen sei der Steinbruch eine der Perlen, aus denen mit der Zeit eine Kette attraktiver Naturprojekte entstehen sollen. Fluss und Landschaft in seiner ganzen Artenvielfalt darzustellen und den Menschen näher zu bringen, sei das Ziel von „Lebendige Nahe“. Mit zwei Hinweisschildern am Barfußpfad wird das nur 100 Meter entfernte Mitmach-Museum beworben und ist eine weitere Attraktion rund um die Felkestadt.


Die Schmiede wird restauriert

Mammutknochen und Lebendig-Nahe

Familie Dahl: Achat - Ausstellung

Das Mooseum - alles bemoost!