Es Hilde im Kaisersaal: Mit Burka & bittersüßer Sahne

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CoolLächelndFotos Textende anklicken - Bad Sobernheim. Jung und Alt füllten den Kaisersaal und erlebten Alice Hoffmann alias Hilde Becker live, wie sie leibt und lebt. Die brillante Volksschauspielerin hat ebenso wie Heidi Kabel, Inge Meysel oder Brigitte Mira längst Kultstatus erlangt und ihre Fans. Sie ist eben nur anders, hat die „Zeichen der Zeit“ erkannt, wie ihr abendfüllendes Programm heißt, wo die Komikerin zur Höchstform auflief. „Mit 60 noch mal wie 40 sein, wenigstens eine halbe Stunde am Tag“, das ist der Traum der in Mainz Lebenden, Jahrgang 1951.

Sie sei „ein Kumpeltyp, umgänglich wie professionell, gefragt und sehr beliebt“, lobte „mach-4.de“ Veranstalter Jens Marquardt und freute sich bei der Begrüßung vor prächtiger Publikumskulisse, „im altehrwürdigen Kaisersaal sein zu dürfen“, wo auch 2019 namhafte Künstler und Kabarettisten auftreten werden. Der Kaisersaal und das Kirner Gesellschaftshaus hätten es ihm angetan, bekannte Jens Marquardt.

„Es Hilde“ kam auf den letzten Drücker in die Felkestadt, hatte Radio und TV-Termine. Die Alleinunterhalterin setzt subtil auf Situationskomik zwischen Klamauk, Kirche und Kneipe, zwischen Burka, Bügelbrett und Heimchen am Herd, und beantwortet selbst aus einem spitzbübischen Blickwinkel heraus so brisant-alltägliche Fragen wie „Gehört der Islam zu Deutschland?“ oder ist der Burka-Bikini nicht ideal für mich gegen meine Krampfadern und Besenreißer gemacht? Damit treibt der TV-Star Multikulti mit verqueren Gedankengängen und Kopfkino wie den Tanz auf einer messerscharfen Rasierklinge auf die Spitze. Wie viele Fußballer kommen beim 1.FCK noch aus Kaiserslautern - und Boateng als Nachbar? Liegt es nicht eher an dem Neid und Rassismus, dass man sich solch einen Nachbar gar nicht leisten kann? Und, ist der Papst nicht der Bin Laden von den Katholiken?  In altfränkischer Kittelschürze und verblüffender Naivität geraten die Weltkulturen in Schieflage – auch NSU und CSU machen fürs Hilde wenig Unterschied.

Nein, die Scheidung von Heinz sei nicht allein wegen der „Chrischtbaamspitz“ erfolgt, da sei viel mehr passiert, erzählte sie sensibel aus dem Nähkästchen. Als sie ernsthaft die Treppe hinab stürzte habe er ihr zugerufen, bei der Gelegenheit gleich zwei Flaschen Bier mitzubringen und zur Scheidung selbst: „So viel Geld wollte der Geizhals für mich nicht ausgeben“. Geld allein mache eh nicht glücklich – „es muss einem ja auch gehören!“ Ihre Vergangenheit gehöre nicht als Sofa, sondern sei Sprungbrett, das ist ihr Credo. Und von wegen „der klügere gibt nach. Dann werd` die Welt jo nur von lauter Dummschwätzer regiert…“.

Bei Aerobic, Bauch, Beine, Po, insbesondere des „Beckenbodens“ und beim Nordic Walking traf sie den boomenden Gesundheitsnerv ihrer Fans und animierte im Kaisersaal alle Anwesenden stehend zu Mitmach-Übungen. Mittendrin ein Frauenclübchen um Ursula Weinsheimer vom TV aus Winterburg: Turnschwester Marion Baumann wurde beschenkt, und da war „es Hilde“ im Kaisersaal erste Wahl und entschädigte für eine Rheinschifffahrt, die wegen Niedrigwasser ins Wasser fiel. „Ein wunderschöner Abend – wir haben viel gelacht!“ resümierte die Frauenclique zur Pause.

Mit AKK wird das Saarland zum Nabel der Welt, mindestens als „Katastrophen-Eichmaß“, wenn es wieder einmal heißt, in den USA sei eine Fläche so groß wie das Saarland abgebrannt, konstatierte „s Hilde“. Da durfte der saarländische Slang ebenso wenig wie kölsche Mundart aus ihrem gelebten Leben nicht fehlen. Auch hat die Entertrainerin gefallen an Günter Jauch gefunden, dessen Mimik und Gestik sie wie in einem Cliffhänger parodierte. Genüsslich schwadronierte sie über Pfunde und Kalorien und verdrückte im Kaisersaal zur Freude des begeisterten Publikums ganz genüsslich eine ganze Sprühdose Sahne – „solang die Kakaobohne auf Bäume wachsen, ist Schokolade für mich Obst“. Es Hilde, wie „es“ leibt und lebt.


Es Hilde live

Aber bitte mit Sahne

Im Burka

und als Heimchen