Sommertheater mit Seehofer: Der Schwanz wackelt mit dem Hund...

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7.7.2018 Wenn ich „die Merkel“ im TV höre, muss ich den Ton abschalten. Das gebetsmühlenartige dumm Geschwätz -gelinde ausgedrückt- mit Phrasen und inhaltslosen Textbausteinen wie „wir müssen, wir wollen, wir werden oder wir versuchen“, kenne ich auf Punkt und Komma schon seit Jahren. www.Heylive.de- Leser und Angela Merkel vermutlich auch. Merkel redet viel über die Weltbühne, Europa und die Ränder der Gesellschaft – sie tut erschreckend wenig, sagt im Kern nichts und ist eine auf zurufen Getriebene. Es wird schön geredet, das Blaue vom Himmel in Wahlkampfzeiten versprochen. Und: Wahlkampf ist immer irgendwo.

Der Verwaltungsapparat wird aufgebläht, beschließt das krasse Gegenteil von Versprechungen, oder was in der EU bereits Gesetz und geltendes Recht ist. Grotesk! Und wer zeigt dem Innenminister und Selbstdarsteller aus Bayern endlich einmal seine Grenzen auf? Horst Seehofer hat null Interesse an diesem Amt. Null, nur bis zur Bayern-Wahl. Dem Aufgabenfeld kann, will und wird der total überforderte 69-jährige niemals Herr werden. Das Sommertheater ist eine Farce, die CSU mit ihren Hänseln und Großkopferten Seehofer, Söder, Dobrinth sind total be-SCHEUER-t, überbewertet, beschädigen Deutschland – Beobachter biegen sich vor Lachen. Seehofer als mit sich selbst beschäftigter Elefant im Porzellanladen spaltet: „Praxistauglich wie Sandalen in der Arktis“ titeln Zeitungen.

T-Online kommentiert Anfang Juli 2018: „In der freien Wirtschaft würde man sagen: Wer so eine desaströse, destruktive Performance abliefert, ist ein klarer Fall für die fristlose Kündigung. Ich ahne, dass Seehofers Chefin das ähnlich sieht“- Zitatende. Die Tragik des Koalition-Klüngels einer ihre Fleischtöpfe sichernden Notgemeinschaft bestimmt das politische Handeln in Berlin. Frust statt Lust, ein Desaster.

Die AfD wird von den Etablierten zu einem Feindbild stilisiert – in weiten Teilen hat sie nicht Unrecht, auch wenn sie polemisiert, polarisiert, oft entgleitet. Wer sonst sollte  Kärrner- und Oppositionsarbeit leisten, und wer sonst kann derart unbekümmert triumphieren?  Sie strukturiert sich, etabliert sich – und wird eine feste Größe. Allein die Tatsache, dass so viele Wähler ihren Hintern hochbekommen und an die Wahlurne gehen und dort ihr Kreuzchen machen, verdeutlicht des Wählers Unzufriedenheit. Und derart aufgeschreckt wird das politisch-konservative Establishment motiviert, sonst würden die Wahlergebnisse der Regierungskoalitionen noch mehr in den Keller rauschen. Es ist die unsägliche Arroganz der Macht, wenn SPD-Vize Stegner als Sargnagel Andersdenkende als „hirnlose, rechte Vollpfosten und üble Demagogen“ nennt – noch vor wenigen Monaten war Jens Spahn Populist und (inkognito) größter Lobbyist der Pharmaindustrie. Der Bock wurde zum Gärtner gemacht - und wen juckt´s im Juli 2018?

In einem Konzeptpapier Weidels, das dem „Focus“ und „DPA“ vorliegt, heißt es zu Alice Weidel: „Unsoziale Arbeitsverhältnisse durch nicht sozialversicherungspflichtige Minijobs müssen abgeschafft werden“, schreibt die Berliner Zeitung. Was ist bitteschön daran anrüchig, wenn:

Der Fachkräftemangel grassiert, die Selbstbedienungsmentalität auf dem Rücken der Mitarbeiter auch, Manager sahnen Millionen für nichts ab, und wer zahlt letzten Endes die Schrumpfungsprozesse zum Renditewohl, den vorsätzlichen Betrug und die Folgen von Dieselskandal, Deutscher Bank, BER und BAMF? Wer bezahlt Einfuhrzölle? „Wir schaffen das“ und das „Weiter so“ gründet tiefer. Bestes beschämendes Beispiel: Bundeswehr. Die AfD füllt ein Vakuum und lässt die politische Weichenstellung seit dem neuen Millennium ganz alt aussehen. Und dass es Deutschland 2018 gut geht, ist keinesfalls ein Verdienst Berliner Politik….Bernd Hey.