Motoren dröhnen auf Fliegerhorst Pferdsfeld - DragsterSaisonstart

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Fotos-unten-txt.ende anklicken Pferdsfeld. Am 12.Mai 2018 war Saisonstart der Dragster-Szene. Zum vierten Mal avancierte die Start- und Landebahn auf dem einstigen Fliegerhorst zum Mekka Motorsportbegeisterter; - prächtige Publikumskulisse bei weit über 100 Starter:Teilnehmerrekord.

„Das hast du wieder sauber hingekriegt, Schätzchen“ -Komplimente gab es für  „1on1-motorsports.de“ Organisatorin Silke Beer aus Höheischweiler bei Pirmasens und ihre „rechte Hand“ und Starter Andreas Dierking („Kalunki“) aus Osterholz bei Bremen, der ein Hochglanz Magazin herausbringt. Mit Plaudertasche und Dragster-Koryphäe Benni Voss, szenebekannt als die „schnellste Schnauze westlich des Urals“, ein imponierendes Trio.

„Dragracing ist ein nicht therapierbarer `Way of Life`. Dragracer haben Benzin im Blut. Für ein paar Sekunden stellen sich alle Haare – der Boden wummert, Bike-Motoren blubbern und die Luft vibriert, Gänsehautfeeling pur garantiert“, beschreiben sie den Sound auf der Suche nach dem Rausch der Geschwindigkeit, der durch Mark und Bein geht und für monatelanges Schrauben entschädigt.

Silke Beer sei profundes und seriöses Veranstaltungstalent - in Pferdsfeld stimme alles, lobten die Piloten unisono: Das Wetter am Samstag, die Auslaufzone und  Organisation und dass problemlos eine separate Rückführstraße vorhanden sei. Aber: so etwas muss wachsen. Noch fehle Grip und Silke Beer, die im Umweltschutz bei den amerikanischen Streitkräften in Kaiserslautern arbeitet und sehr erfolgreich 14 Jahre lang auf dem Flughafen Bitburg diesen Motorsport etablierte, schwärmt von mehr: Einer Marktmeile mit regionalen Anbietern, mit Dienstleistern, Landfrauen-Cafe oder dem örtlichen Förderverein mit Hähnchenbraterei – zum Beispiel. Dies befürworteten die felkestädtischen Feuerwehrmänner Rüdiger Frenger, Dominik Ockert und Thomas Hillenbrand, die am Samstag Dienst hatten und viel Potential sahen („ausbaufähig“). Gleiches hat sich Marco Krohn vom Triwo-Testcenter mit Büroadresse im Pferdsfelder Tower und mit Zweitwohnung in Meddersheim auf seine Fahnen geschrieben: „Hier sieht man nur fröhliche Menschen, die Resonanz ist äußerst positiv. Die Wertschöpfungskette muss erfolgreich weiterentwickelt werden – vom Nürburgring lebt eine ganze Region. Vergangene Woche bei der Oldtimer-Show kamen Senioren im Rollator an die Rennpiste und hatten Tränen in den Augen“, sagte er – Mitarbeiter der SGD machten vor Ort Lärmmessungen.

Interessant dann aber doch: Diegleichen Protagonisten bis hin zu den Ortssheriffs, die 2017 im Pferdsfeld-Tower dem "DragsterRennFieber" mit dröhnenden Hightech-Motoren, Gummi- oder Äthanolgestank zustimmten, sind die ersten, die Sand ins Getriebe streuen - natürlich inkognito und mit Partisanentaktik...

Beim Saisonstart ging so richtig die Post ab. „Hier ist echt was los, Hammer, super Location!“, sagten Marco Pieroth aus Bärweiler und Andreas Seydell aus Langenlonsheim. Letzterer war fasziniert vom Terrain und steuerte bei seiner Premiere im Industriepark Pferdfeld einen eher spartanisch-offenen Sportflitzer der Marke Caterham Seven (früher Lotus Super 7). Rod Barn saß in einen 1927-er Oldie-Essax mit über 300 PS, das mit dick verschweißten Nähten so rustikal verrostet war, dass dieses Unikat ein nostalgischer Eyecatcher war. Überhaupt die alten Straßenkreuzer und Amischlitten –Dodges, Ford Mustang, Chevrolet Camaro, Plymouth Roadrunner, Pontiac Firebird trans-Am waren optisch aufgemotzt und mit ihrer Geräuschkulisse wie die zahlreichen Porsche, BMW oder Audi ein Hingucker. Und von wegen VW Käfer: Dutzende starteten, auch Prototypen, einer aus Wesel mit 1000 PS; - entsprechend ist die Viertelmeile (402,34 Meter) keine Hexerei- nur Sekunden vergingen, da war der „Buckelporsche“ schon außer Sichtweite. Wahre Schätzchen: Tiefergelegte straßenzugelassene Ford Pickup-Tracks, die mächtig etwas daher machten. Natürlich waren auch Motorräder oder die typisch-zigarrenähnlichen Top Fuel Dragsters mit langem Radstand, hinten mit Überrollsicherung, Bremsfallschirm und megadicken Oschi-Reifen und vorne Fahrradpneus am Start.

Die Nachwuchsförderung wurde groß geschrieben – mit von der Partie Jugendliche mit Drag-Bike oder Junior-Dragster, Teilnehmer aus aller Herren Länder, aus Irland, England und Italien. Übrigens: Die Bitburger Rennszene mit Rennsportgerät vom Feinsten war erstmals da und von Pferdsfeld begeistert: Seit 2004 existiert die „Street-Eliminator-Germany“ mit Primus Micha Vogt aus Celle. Und „Kompressor Kalle“, ein alter erfahrener Hase, der einen traditionellen Methanol Funny-Car pilotierte und die Achtelmeile (201,17 Meter) in 6,1 Sekunden mit 178 Sachen hinter sich brachte - futuristische Bikes hatten auf der Viertelmeile Topspeed von 212 Kilometer auf dem Tacho und der Anzeigetafel.

Zu den Fotos: In mehreren Klassen mit weit über 100 Teilnehmern war Pferdsfeld beim Phoenix-Dragway am Wochenende das Mekka von Motorsportenthusiasten. So genannte Burnout´s, durchdrehende Reifen, sorgen für optimalen Grip und Bodenhaftung. Portrait: Szenekenner und Lexikon Benni Voss