Himbeereis & flotter Käfer: Daubacher Ehepaar Russ fesselte Publikum!

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Fotos unten am Textende - Meddersheim. Mit ihrem Programm „Himbeereis und flotter Käfer“, landete das Daubacher Ehepaar Gabriele und Alexander Russ im Gemeindesaal einen Volltreffer und entführte in einer Wirtschaftswunderrevue in die Zeit zwischen 1953 und 1963.

250 Plätze waren besetzt. Veranstalter waren Ortsgemeinde und die örtlichen Landfrauen, die in diesem Jahr ihren 25. Geburtstag feiern. „Ich bin überwältigt und angenehm überrascht“ begrüßte Ortsbürgermeisterin Renate Weingarth-Schenk die Gäste – im Öffentlichen Anzeiger habe sie gelesen, wie toll vor einem Jahr in Weiler gleiche  Revue von den Besuchern gefeiert. „Wie früher“ wurde zum geflügelten Wort: Viele kamen schon zwei Stunden vor Beginn und ließen sich –wie früher- hausgemachten Kartoffelsalat der Landfrauen und Würstchen schmecken.

Einstiegskracher mit Nostalgie-Bonus waren Evelyn Künneke Boogie-Woogie tanzender Seemann Mäckie und der Hit von Trude Herr „Ich will keine Schokolade“, wo sofort der halbe Saal mitwippte und mitklatschte.

Vor 60 Jahren – früher, nach mageren Nachkriegsjahren– sei es im boomenden Wirtschaftsaufschwung trotz hoher Inflationsrate „ruhiger und ehrlicher zugegangen“, erläuterte Russ, ohne Wertung. Anders als heute habe niemand einen Psychiater gekannt und die Musik sei handgemacht gewesen. Und was heute bei den Kindern das Smartphone, war (früher) bei den 15-Jährigen das Mopedchen. In unnachahmlicher Weise brachte er es mit Fehlzündungen zum Knattern und nahm die begeisterten Zuhörer zum Hit von Benny Quick „Motorbiene“ mit auf eine Tour, bis der Sprit ausging. Von Catherina Valente war ein klasse Medley zu hören – und „alte Schinken von früher“: Von Peter Kraus, Bill Ramsey, Manuela oder Siw Malmkvist, vom Tahiti Tamoure („Winnie-Winnie“), über den „Little Banjo-Boy“ bis zum „Itsy bitsy teenie weenie Strandbikini“.

Trommel, Shaker und Percussions, Gitarren und eine Konzertina genügten. Sie sind zeitlebens das Metier des Daubacher Künstlerehepaares. Er ist gebürtiges Kreuznacher Gässje, war zu Beginn der 1970-er Jahre am Mainzer Peter Cornelius Konservatorium eingeschrieben, studierte Schlagzeug, Oboe und Klavier, fuhr Lastwagen und Bus und unterrichtete in seiner Musikschule in Daubach. Im Saal zu Gast waren Gabriele Russ´ Eltern, Rosalinde und Leo Rademacher, der „früher“ unter anderem Musik in der felkestädtischen Band „Die Nikos“ mitmachte.

Die euphorischen Straßenfeger-Radio-Reportage von NDR-Sprecher Herbert Zimmermann („Rahn müsste schießen - Rahn schießt….Tor!“) von Fußball WM-Endspiel 1954 in Bern gegen Ungarn war sehr authentisch in dieser geistreichen Revue in jene Zeit, die viele im Saal miterlebten oder vom Hörensagen kennen. Als man in der Nachbarschaft zusammen rückte, vor den wenigen TV-Geräten 1955 erstmals die „Meenzer Fasenacht“ mit der vom Ehepaar Russ herrlich karikierten „Fraa Babbisch und Fraa Struwwelisch“ guckte, oder 1957 den Blauen Bock mit Heinz Schenk und Lia Wöhr einschaltete. Da wurde weniger der Äppelwoi-Bembel gefüllt – vielmehr in der Weinbaugemeinde das Fässchen angezapft, die Hackfleisch-Wutz und den Käse-Igel auf den Tisch gestellt; - am Sonntag durfte symbolisch „Blonder Engel“ nicht fehlen.

Im kurzweiligen Repertoire erinnerte Gereimtes an Heinz Erhardt oder zwei fünf minütige Werbeblöcke über das kultige Bärenmarke-Bärchen, über Hengstenberg Mildessa, 4711, Opel Rekord und Mercedes Benz, über „Nur die“- Perlonstrümpfe und die Brigitte,  oder wie die Bravo mit Dr. Sommer eine ganze Generation begleitete.

Ein Raunen ging bei so beliebten Melodien wie „Heißer Sand““ oder „Little Banjo-Boy“ durch den Saal. Aus dem Nachfolgeprogramm „Shake Hands“ gab es Zugaben: Drafis unsterblicher Gassenhauer Marmor Stein und Eisen bricht, My Baby Baby balla balla oder ganz dezent und gefühlvoll Heidi Brühls größter Plattenerfolg „Wir wollen niemals auseinandergehen“.

Zu den Fotos: Das Publikum im Meddersheimer Gemeindesaal war fasziniert von der Wirtschaftswunderrevue „Himbeereis und flotter Käfer“ aus den 1950-er und frühen 60-er Jahren – da wurden Erinnerungen lebendig...


Ehepaar Russ aus Daubach

Wirtschaftswunderjahre

Buchung? Tel: 06756 494

fröhliche Fans schwelgen...

vollbesetzte Gemeindehalle