Schönster Weinblick 2016 liegt zu Recht im Meddersheimer Altenberg

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Fotos unten Textende Meddersheim. Am 9.9.2016 wurde in der Weinlage Altenberg eine Stele über die „Schönste Weinsicht 2016“ enthüllt – während einer Aktion im Internet war Heiko Bamberger mit 5000 Stimmen Sieger einer Abstimmung. Die örtlichen Winzer waren mit einem regionalen Fingerfood-Buffet gute Gastgeber und demonstrierten dabei einheitlich Geschlossenheit wie beim Weinfest 14 Tage zuvor. Dies war der anwesenden Naheweinmajestät Franziska Finkenauer noch in angenehmer Erinnerung, als sie von der Dorfjugend in einer Zeremonie zur Bühne hofiert wurde. Das gefiel ihr: „Die Meddersheimer sind liebenswert, sympathisch, und die Weingüter mit ihren prämierten Produkten sind toll strukturiert und organisiert, was das positive Ansehen der Naheregion enorm aufwertet. Herzlichen Glückwunsch!“, lobte sie noch vor der Enthüllung der Stele.

Dabei wurde deutlich, dass diese etwas ganz Besonderes und eine enorme Aufwertung für das ganze Weinanbaugebiet Nahe ist. Nur einmal zuvor wurde 2012 die schönste Weinsicht von der Friedensbrücke in Bad Münster am Stein-Ebernburg als Blickfang naheaufwärts auf das Rotenfelsmassiv und die Weinlagen „Bastei“ und „Steigerdell“ gelenkt.

In Meddersheim wurde im knapp 50 Hektar großen Altenberg „Auf der Platt“  während einer Feierstunde diese drei Meter hohe imposante Stele des Mainzer Künstlers Ulrich Schreiber als die „Schönste Weinsicht“ enthüllt. Die Geschäftsführerin des Deutschen Weininstitutes, Monika Reule, nannte in Zusammenarbeit mit der Gebietsweinwerbung Weinland Nahe Sinn und Zweck und Beweggründe. Hintergrund für dieses Leuchtturmprojekt als besondere Auszeichnung sei, Land und Leute, Winzer und Gäste in einer ganzen Region zu würdigen. Ihr gehe bei diesem An- und Ausblick das Herz auf, sagte Monika Reule. Die Jury hätte die Qual der Wahl gehabt; - mit dem Projekt „Schönste Weinsichten“ sollen neue weintouristische Ziele in den 13 Anbaugebieten geschaffen werden, damit Menschen eine Beziehung zu Wein und Winzer aufbauen und die Region kennenlernten. „Der Weintourismus wird für die Wertschöpfung in der Weinwirtschaft immer wichtiger“, sagte sie die DWI-Geschäftsführerin bei ihrer Premiere in der Weinbaugemeinde.

VG-Bürgermeister Rolf Kehl plauderte schmunzelnd aus dem Nähkästchen: „Gerade gestern ging der Bauantrag für die Stele ein…“- er dankte dem Meddersheimer Initiator Heiko Bamberger, der mit dem Siegerbild im Internet 5000 Stimmen einheimste und erinnerte daran, wie vor vier Jahren alle Wanderwege ausgeschildert und hier eine massive Sitzgarnitur gestellt wurde. Kehl überreichte Ortsbürgermeisterin Renate Weingarth-Schenk einen Rosenstock namens „Naheglut“. Hier kreuzt der 11,8 Kilometer lange Rundweg „Wingertsweg“ und die 8,2 Kilometer lange „Menschels-Route“, ein mittelschwerer Wanderweg von 162 bis 418 Meter über Normalnull. Das Vitalresort hat die Patenschaft übernommen, Monika und Günther Menschel berichteten vor Ort von restlos begeisterten und faszinierten Wanderern, Touristen und Kurgästen.

Die Bürgermeisterin erklärte voller Stolz, dass „Bürger, Vereine und Winzer im Ort sehr rege und heimatverbunden sind und vorbildlich den Tourismus fördern“. Seitlich von der Stele soll eine Schutzhütte oder ein Wingertshäuschen entstehen. Uwe Auweilers zweiter Plan fand breite Zustimmung im Gemeindeparlament und ist auf dem Weg. Für die Realisierung sind Gelder soeben bei der Mitgliederversammlung  am 6. September 2016 aus der längst beendeten Flurbereinigung in Höhe von 6.000 Euro vorhanden und zugesagt, außerdem hat Dr. Willibald Bickert der Ortsgruppe des Hunsrückvereins 2.000 Euro gespendet. Während der Flurbereinigung von 1983 bis 1986 stand an gleicher Stelle eine Schutzhütte, die „abgefackelt“ wurde und keine drei Jahre stand, erinnerte sich Beigeordneter Karl Kurt Bamberger, einst Vorsitzender der örtlichen Flurbereinigung. Von Weinland Nahe leisteten Markus Zöllner und Barbara Kiltz die Hauptarbeit, zur Einweihung kam auch die Geschäftsführerin Laura Schneider mit der sechs Monate alten Tochter Johanna.

 

 

IM DETAIL: Der Meddersheimer Altenberg ist eine leicht nach Süden ausgerichtete Steilhanglage, die sich nach Südosten hin öffnet. „Man könnte den Weinsicht- Stelenstandort im Flur „Unter dem Gibchen mit den Geo Daten 49.771476/7.593193 auch `Meddersheimer Balkon` oder `Vulkanblick` nennen“, schreibt Weinland Nahe. Es sei spannend, was vulkanische Aktivitäten vor Jahrmillionen aus devonischem Meeresboden und Salzwüsten des Perm für eine abwechslungsreiche Landschaft gestalteten. Noch heute kann man bei Wanderungen auf 280 Meter über Meereshöhe versteinerte Hohlformen und Steinkerne von Seesternen, Meeresbewohnern oder Halbedelsteine, Achate, Jaspis sowie versteinertes Holz finden. Hier wachsen spritzig pikante Riesling Weine, duftig blumiger Bacchus, zartwürziger Gewürztraminer, filigrane Burgunder und so genannte „swinging Rivaner. Auf seinem höchsten Punkt kann man im Norden bis in den Soonwald und den Nationalpark Hunsrück-Hochwald, im Osten zum Lemberg oder zum 687 Meter hohen Donnersberg blicken.


Schönster Weinblick

Im Altenberg