Heimweiler: OGRat ist für Radwegeausbau aber gegen Ölspurbeseitigung

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Fotos unten: MachKlick - Heimweiler. Bei der jüngsten Ortsgemeinderatssitzung wurde Tacheles geredet – vieles gehe viel zu langsam. Beispiel Radwegeausbau: Geld sei genug da, bundesweit über 657 Millionen, 33 Millionen Euro in Rheinland-Pfalz. Vor Jahren habe der Staatsbeauftragte Werner Müller den Radweg Kirn-Heimweiler-Meisenheim als „Radweg zwischen Nahe und Pfalz“ proklamiert. Nichts sei am Horizont erkennbar, niemand da, der den Hut aufhat, kritisierten Ratsmitglieder, im Gegenteil: Bislang sind Grundstücksverhältnisse im Großbachtal zwischen Heimweiler und Kirn nicht geklärt; auch die VG-Werke haben hier Land – und ein Flächen-Tausch-Konstrukt bleibe seit Jahren ergebnislos. Als 2017 der LBM die Trasse unterstützen wollte, war keine Planung nicht fertig – „trotz Proteste bewegt sich nichts. Die sonst sehr engagierten Bürger sind frustriert“, war einhelliger Tenor, vor zwei Jahren fand eine Protestfahrt nach Kirn statt. Die „übergestülpte“ Variante, von Heimweiler nach Kirn über Becherbach, Schmidthachenbach und Bärenbach auf Wirtschaftswegen zu radeln sei nicht verkehrssicher, die Gemeinde müsste auf Brücken für Radfahrer 1,30 Meter hohe Geländer (für Fußgänger 1,10 Meter) setzen. Einzig Schilder stehen: Durchfahrt verboten – Radfahrer frei. In diesen Kontext habe in den sozialen Medien der „sehr gut frequentierte“ 13,3 Kilometer lange Kultur- und Landschaftsweg „Mit Krebs und Karer unerwäschs“ mit Erfrischungen an der Süßbachquelle höchste Bewertungen bekommen, las Ortsbürgermeister Andras Setz namentlich User vor. Nun müsse man im Bereich Hahnenberg/Hochbehälterbau sensibel mit dem dortigen Bau umgehen: „Wenn sich nur ein Wanderer als Multiplikator beschwert, kommen zehn nicht mehr“, hier sollte zwingend touristisch die Wasserversorgung im Kirner Land entsprechend mit Agenda-Tafeln dokumentiert werden. Lob ging an Buchautor und „Kümmerer“ Hartmut Weschenfelder, der den Familien ihre alten Häusernamen näherbrachte. Stand heute sei in Sachen Wohnmobilstellplatz noch keine Rückmeldung der involvierten Stellen (VG Kirner Land, Bauabteilung /Touristik) erfolgt.

Im Ort werden „nur“ fünf Häuser mit Breitband versorgt, teilte Setz mit; - viele Anfragen gebe es aus der Bürgerschaft über Hochwasserschutz und Starkregenereignisse. Die nachhaltige (und vom Land finanzierte) Zehnjahres-Betriebsplanung im Kommunalwald soll vom Forstamt Bad Sobernheim mit der Kirner Revierleiterin Katharina Rohde erstellt werden, man wolle mit der Försterin vertrauensvoll zusammenarbeiten, sagte das Dorfoberhaupt.    =========================================================

Stichwort: Leidiges Thema Ölspurbeseitigung durch den Ortsbürgermeister: Andreas Setz ließ zwei Fälle im Ort aus dem Jahr 2017 Revue passieren. Er war 60 Kilometer entfernt auswärts, und als die örtliche Feuerwehr die zwei Kilometer lange Ölspur abstreute, erhielt die einen Rüffel („Anschiss“), weil „nicht zuständig“. 2018 wurde diese Ölspur-Abwicklung wieder der VG-Verwaltung übertragen. Hinter vorgehaltener Hand in den Orten ist das Thema „brandheiß und emotional“, wussten Ratsmitglieder, weil zwischenzeitlich in der jüngsten Bürgermeisterdienstbesprechung erneut die „Ob`s“ damit beauftragt wurden. Die Aufzählung über ein Dutzend seiner Tätigkeiten vom Müllentsorger und Briefträger über den „Wildschweinbeseitiger“ nach Unfall bis hin zur Heizölbestellung mit dreifachem Angebote einholen gipfelte in der Aussage, „alles dem Ehrenamt als Billiglöhner zuzuschustern, geht gar nicht“. Er sei sehr gerne mit diesem tollen Ortsgemeinderat Bürgermeister, aber „ich habe nicht das Equipment, keine Schilder und nicht das Know-how nach Ölunfall die Straße freizugeben, und ich mache nicht den Trottel“. Auch der Erste Beigeordnete Klaus Wöllstein als direkter Vertreter könne und werde mangels Fachwissen bei aller Reputation und Wertschätzung diese Arbeit nicht leisten. Als sein Sohn einen Wildunfall vor Limbach hatte, kam Jahre später vom LBM die Rechnung für die „Ölspurbeseitigung“, was seinerzeit Kühlmittel war. Die Teilkasko bezahlte den Kfz-Schaden, aber die LBM-Rechnung nicht – „ich werde den Teufel tun, dazu fühle ich mich nicht prädestiniert und nicht in der Lage“, sagte Wöllstein.

=========================================================Zug um Zug läuft die Gemeindehaussanierung an. Die ADD habe die Förderfähigkeit als Schwerpunktgemeinde in der Dorferneuerung signalisiert und die Notwendigkeit jahrelang geschobener Grundsanierungen für das „Herzstück und den Dreh- und Angelpunkt im Gemeindeleben erkannt“, erinnerte „OB“ Andreas Setz. Seitens des Gemeinderates gab es keine einzige Nachfrage, weil Rat und Arbeitsgruppen, Vereine und Ehrenamtliche im Vorfeld voll involviert waren und detailliert auf 15 DIN-A-4-Seiten ein Arbeitspapier erarbeiteten und quasi „Nägel mit Köpfen“ machten. Einstimmig beschloss das Gemeindeparlament aus drei Angeboten zum Preis von 19.945 Euro den Kirner Architekten Manfred Kuhn mit einer genehmigungsfähigen Planungsleistung zu beauftragen, die bis Oktober eingereicht sein muss (wir berichteten ausführlich). Im Kern geht es um beheizte und barrierefreie Toiletten für Männer und Frauen, einen Tagungsraum sowie einen Mehrgenerationenraum für alle Vereine und Gruppierungen. Der eine Saal ist zu groß, der andere zu klein. Es geht um eine neue Heizungsanlage – (zurzeit wird Strom, Öl und Gas benötigt), um eine energetische Sanierung samt klimaneutralem, wirtschaftlich-funktionalen Gesamtkonzept auf drei Ebenen, um das Dorfgemeinschaftshauses für die nächsten Jahrzehnte zukunftsfit zu machen.

Zu den Fotos: Unbeheizte und antiquierte Herrentoiletten befinden sich im Erdgeschoss, Damentoiletten (Foto) eine Etage höher neben dem großen Saal. Handlungsbedarf ist geboten. Die von Naturstein Barth gesponserten neuen Wegweiser sind da und müssen angebracht werden – Martin Horbach (von links), Andreas Setz und Michael Wichter (rechts). Protestfahrt vor zwei Jahren nach Kirn zum Eis essen. In Sachen Radfahrroute stagniert der Ausbau seit Jahren. Niemand da, der den Hut aufhat und die Trasse Heimweiler-Kirn plane, was für viel Unmut in der Bevölkerung sorge, war Tenor im Ortsgemeinderat.