Jeder ist seines Glückes Schmied - Eigenvorsorge tut Not - Angst und Hysterie sind gerade in Coronazeiten keine guten Ratgeber. Betroffen sind alle

Kategorie: Bad Sobernheim, Meddersheim, Kirn, Kreis KH, VG Meisenheim, Lokale News an Nahe und Glan, Wirtschaft

 

Region. Verantwortliches Handeln und Eigenvorsorge tuen Not. Angst und Hysterie sind keine guten Ratgeber – Und Achtung: Die Menge macht das Gift! Fairerweise muss an dieser Stelle bei www.heylive.de eingeräumt werden, dass oftmals hier über „die Wirtschaft“ zu lesen steht: „Gewinne werden abgeschöpft – Verluste verstaatlicht!“

Dies stimmt in der Regel. So ticken die Global-Player nun mal, so funktioniert Turbokapitalismus  – andererseits verdienen Millionen Menschen ihr Brot und gut versteuertes Geld bei börsendotierten Unternehmen, und jeder gebildete und studierte Wirtschaftsökonom/*in oder Politiker/*in würde auf seine Art widersprechen. Denn: Die Anteilseigner/Börsenspekulanten, Anleger und Investoren sind risikofreudige und systemrelevante Steuerungsmechanismen und garantieren erst den hiesigen Wohlstand, wollen wir nicht von China aufgekauft und/oder fremdbestimmt werden. Beispielsweise. Und: Die lobbyistisch unterwanderte Politik steht auf verlorenem Posten und hat ihre Schäfchen im Trockenen.

Ein Beispiel von Tausenden in diesen Tagen: Ryanair-Chef Michael O`Leary wirft der am Boden liegenden Lufthansa Wettbewerbsverzerrung und den Missbrauch der Viruskrise vor. Sie würden sich bereichern, sagte er dem Handelsblatt – andererseits kann an dieser Stelle nicht spekuliert werden, wie wenig und ob überhaupt Ryanair, Google, Ikea oder Amazon und Co. hierzulande Steuern zahlen und am Wohlstand teilhaben sollen…. Genauso sollen aufgrund ihrer Bildung, Ausbildung und Reputation zum Beispiel Ärzte oder Professoren als „Besserverdiener“ sich abheben und zu Recht mehr Geld verdienen, weil sie es eben verdienen. Alles okay und im grünen Bereich.

Im Kirner Gesellschaftshaus prophezeite Focus-Chefkorrespondent Daniel Goffart mit markigen Worten „Das Ende der Mittelschicht“ – Abschied von einem deutschen Erfolgsmodell – obwohl Jahre später in Corona Zeiten das Gegenteil, ein Run in kleinere Geschäfte – trotz Abstandsgebot und Maskenpflicht mehr Zusammenhalt und ein mehr an Miteinander gepflegt wird. Des Öfteren in diesen Tagen schlägt im Internet die Stunde der Pessimisten, Querdenker, gewieften Finanzstrategieberatern und medienaffinen Bloggern und aufgeweckten Populisten, auch in TV-Sendeformaten, etwa Marc Friedrich und Matthias Weik. Sie alle machen sich jene Angst und Hysterie im Volk zunutze, zeigen die Gefahren von Gelddruckmaschinen, Ölpreisverfall, Helikoptergeld oder die wirtschaftlichen Verwerfungen auf und wiederholen die gleichen und nicht eingetretenen Prognosen von 1999, 2010, 2015 jetzt für 2023. Wie die „satanischen Verse“ sind diese Hiobsbotschaften real, nur das sie der Zeit weit vorauseilen. Wohlwissend dass jedes Szenario, „EU am Ende“, „Euro kaputt – Geld nix mehr wert“, „ausufernde Staatsverschuldung“ auch irgendwann eintreffen wird. Alles hat eben seine Zeit. Typen wie Trump, Assad, Bolsonaro, Orban und Co. gab es zu allen Zeiten – früher hießen sie Stalin, Idi Amin, al-Gaddafi oder Saddam Hussein, heute kommen Kriege, Treibhauseffekt, fehlender Impfstoff, unwirksames Antibiotika und das Corona-Virus als hochentzündlicher Treibstoff zur psychischen Angst hinzu, dass die Welt exponentiell aus den Fugen gerät. Aber: Gemach, gemach. Nicht das Kind mit dem Bade ausschütten. Keine gute Idee. Entschleunigung ist in der Coronakrise angesagt, alle sind betroffen. Man wächst mit seinen Aufgaben. „Et hätt noch immer jot jejange“, sagt der Rheinländer und Angst und Hysterie sind auch in Coronazeiten keine guten Ratgeber.