ChorInitiativeSobernheim: CIS-Chor lud "zwischen den Jahren" zu einem Spaziergang in vollbesetzte Matthiaskirche, Thema: Brich an, o schönes Morgenlicht!

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UnschuldigBad Sobernheim. Zum Weihnachtskonzert „Brich an, o schönes Morgenlicht“ lud die Chorinitiative Sobernheim („CIS“) mit Solisten „zwischen den Jahren“ am Samstag in die Matthiaskirche ein – sie war proppenvoll besetzt. Der Chor begann mit zwei Werken von Felix Mendelssohn Bartholdy: „Am Neujahrstage“ und dem von Johann Peter Hebel vertonten Gedicht „Neujahrslied“, um es dann mit der Kantate Nr. 2 aus dem Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach aus dessen Werke-Verzeichnis (BWV No.248) ruhiger angehen zu lassen: Dabei wurde das Orchester quasi durch das Klavier von Reinhard Siegert ersetzt, und als zweite Besonderheit kommen alle SolistenInnen aus dem eigenen CIS-Chor, so wie dies zu Bachs Zeiten üblich war, informierte eingangs Leiterin Andrea Coch und stimmte auf „ein fröhlich-freudiges und gesegnetes Konzert ein“. Das Morgenlicht am Himmel im übertragenen Sinne strahle an Weihnachten besonders und erhelle und erfülle unser Herz, sagte sie.

Das „Ehre sei Gott in der Höhe“ und der Choral „Wir singen dir in deinem Heer“ mit sich kontinuierlich steigernden Sopran-Koloraturen in höchsten Sphären überraschten die Zuhörer, die „CIS-Engel“ jubilierten in höchsten Tönen: „Das war sehr schwierig und wurde grandios gesungen“, lobten altvordere „Szenekenner“ wie etwa Kirchenmusikerin Mechthild Mayer aus Meisenheim. Dieses CIS-Konzert „Brich an, o schönes Morgenlicht“ war nach ihrem ersten Jahr ab 1. Januar 2019 in der Felkestadt für Kantorin Andrea Coch „auch innerlich ein ganz großes Highlight“, erzählte sie auf Nachfrage dieser Zeitung. Davor hatte sie ein Arrangement in Hamburg und davor war sie Studentin im Studiengang Musik Lehramt und meisterte 49-jährig ihren Bachelor: „Ja, ich bin angekommen und sehr erleichtert. Ich bleibe hier, komme da was wolle“, resümierte sie nach dem Konzert erleichtert und mit frohem Mut.

Kaum einer kennt die felkestädtische Stumm-Orgel aus dem Jahre 1739 so aus dem Effeff wie Reinhard Siegert. Mit Wurzeln in der Felkestadt lebt der 37-jährige extrovertierte und vielfach geadelte Pianist und studierte Kirchenmusiker in Köln und lehrt in Arnheim: Als Klavierbegleiter der CIS-Solisten musste er sich mehrfach vom Altarraum zur Orgelempore sputen. Die mehrteilige Pastorella F-Dur für Orgel (BWV No.590) war sozusagen „zwischen den Jahren“ ein dominanter Ohrenschmaus für alle Sinne, die quasi die Weihnachtsgeschichte aus Sicht der Hirten dominant nachempfinden lässt: Der stoischen und himmlischen Ruhe auf dem Feld folgten samtweich liebliche Engelsmusik in zarten Flötentönen, danach steigert sich das Instrumentarium vom nasalen Schalmeienspiel bis hin zum jubelnden Orgelklang. Alle Gesangbücher waren für die beiden Lieder „Fröhlich soll mein Herze springen“ und „Wisst ihr noch, wie es geschehen?“ vergriffen. Neben dem Motto-Choral „Brich an, o schönes Morgenlicht“ und mehreren Rezitativen und Chorälen zelebrierte geradezu die brillant singende Chorinitiative zum Abschluss andächtig „Ich steh an deiner Krippen hier“, das den atmosphärischen Charakter des Werkes mustergültig traf. Der Chor zog zu dem in schwedischer Sprache original-intonierten „Julenatt“ (Heilige Nacht) in die Kirche ein, und zum zeitgenössischen schwedischen Weihnachtslied „Jul, Jul“ aus. Stehende Ovationen waren für den wie aus einem Guss klingenden CIS-Chor verdienter Lohn. Die Spende dient hälftig der Deckensanierung der Matthiaskirche und der Chorarbeit. Am 20. und 21. Juni stehe ein größeres Sommer-Konzert („Magnificat“) mit Orchesterbegleitung an, informierte die Kantorin Andrea Coch.

WEITERE Solisten: CIS-Leiterin und Alt-Solistin Andrea Coch sang sowohl die Arie aus der Kantate No.2 wie die Arie aus der Kantate No. 3 „Schließe, mein Herze“ aus dem Bach´schen Weihnachtsoratorium und meisterte selbst mit einer hervorragenden Leistung ein großes Pensum. Kristen Hartmann sang Sopran, Frank Andrae, Martin de Wyl, Gerald Knöbel, Michael Maurer-von der Eltz und Till Runte hießen die Tenöre, Bass sangen Manfred Herrmann und Bernhard Rheingans. Am Flügel und an der Stumm-Orgel begleitete famos Reinhard Siegert.


Der CIS Chor sang am brennenden Tannenbaum

stimmungsvoll, hochkonzentriert, brillant

Erlös für Chor-+Kirchenarbeit

Publikum und Zuhörer spendeten Beifallsstürme