Hochstetten-Dhaun Helau! >driwwe die Heckenspatze, druwe die vom Gehansbersch & Dhauner Hore: Alle feuerten aus dem Haus Horbach Raketen ab!

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KüssendZwinkerndFotos am Textende -anklicken-Hochstädten. Nach etwa zehn Jahren der Abstinenz im Haus Horbach konnten es die Hochstetter Vereine kaum erwarten, wieder wie in alten Zeiten gemeinsam eine turbulente,  abendfüllende, fünfstündige Kappensitzung zu feiern. Ruckzuck waren im Vorfeld alle Plätze ausverkauft, am Freitagabend scharrten Akteure wie Besucher schon eine Stunde vor Beginn zu allerbester Musik von Marco Fritz mit den Hufen, denn feiern können Heckenspatz wie Hochstetter gemeinsam!

Rhythm Nation unter Tanja Härtel mit einem sehenswerten Jazztanz und ideen- und geistreicher Choreografie sowie Büttenrednerin Tina Werner aus Hochstetten eröffneten den bunten Reigen und füllten als erste die Bühne. Ohne ein Wort rückten sich Anna Wommer und Sandra Baab in einem pantomimischen Vortrag auf einer Parkbank auf die Pelle – und was im Kontrast dazu stimmgewaltig Frank Heilmann als radelnder „Höllen-Heckespatz“ und mit erhobenem Zeigefinger aus den Gepäcktaschen seines Fahrrades zauberte, war vcom Feinsten und erforderte ein halbes Dutzend an Komparsen und Kulissenschubser, aufzuräumen. Die singenden „Zeitlos“-Frauen als „Hefeteilchen“ aus Merxheim zogen eine halbe Stunde lang lustig vom Leder und fesselten das närrische Auditorium restlos: Sie freuten sich und sangen ein Hohelied auf die Wechseljahre, priesen ihre Schokoladenseiten, Lisas Orangenhaut und ihre schwabbeligen Zellulitis Körperteile, die in keinem Biologiebuch stehen.

Futuristisch angehaucht und mit Dorfkolorit raffiniert gespickt war der grandiose Vortrag von Gerlinde Schmidt und Trudel Kemmer, die vom Leben an der B 41 hinter dem Brückenwall mit der schallschluckenden Wand berichteten, wo künftig das RWE satte Rabatte gewähren muss. „Ä Hängebrick uf` Gehansbersch samt Seilbahn vom Skywalk bis enunner zur Talstation mit Funktionsgebäude“ hatten sie auf einer drei Meter langen Tapete samt neuem Hellbergia- Hotelkomplex mit Schwimmbad und Nacktbadestrand als touristisches Highlight geplant. Auf der Speisekarte gibts „Grumbiere mit Dilldappe“ oder Grumbiere angebrannt, aber: „De Schorsch muss die Portione kleener mache, dass er nit pleitegeht“. Und: Fickinger`s freier Backshop wird aufgestockt, künftig Elektrizität durch „Spinning“ erzeugt: Beim Indoorcycling strampeln über die Woche Vereine, samstags die Kirche und sonntags der Gemeinderat. Fazit der zwei Hochstetter Fastnachtsurgesteine über das Dorfoberhaupt: „Wenn der in seinem 360 Grad Chefsessel mit Joy-Stick über dem Dorf thront und schwebt, freit` der sich - jetzt haben wir`s geschafft, jetzt sin mer wer!“. Verdienter Lohn war Ui-Jui-Jui-Au-Au-Au, Rakete und Narhallamarsch!

Als „Dorfgrumbeere“ traten Kita-Mütter aus dem Ort auf. Mit leeren Bierkästen hatten sie ihre Step-Aerobic Unterlage dabei, sie präsentierten in brillanter Performance weitere rasante Szenen aus Ballett, Country und Schlager, rockten beim Ausmarsch die Narhalla Horbach und ernteten wahre Beifallsstürme mit Rakete. Jennifer Bauer, und Anna Wommer (Leitung), Sabrina Franz, Jacqueline Langguth, Nicole Böß, Melanie Füllmann, Varina Walloch, Susi Bamberger und Stefanie Zimmer wurden gefeiert. Ebenso wie Edelhard Henn: Einen Monat vor seinem 80.ten stieg der Spätburgunder-Fan als „Bajatz vom Bauernhof“ mit krachenden Pointen in die Bütt, reihte mit stoischer Ruhe souverän Witz an Witz und sorgte für Lachkrämpfe. Er entführte das närrische Auditorium in Vitalis Arzt-Wartezimmer und plauderte aus dem Nähkästchen, als er bei Venters in Kirn eine weiße Unterhose mit Eingriff für besondere Anlässe kaufte. Als Cowboy nahm er seine anwesende Frau mit auf die Prunksitzung nach Merxheim. Die war als sein Pferd verkleidet und wurde draußen angebunden: „Komm Du mir nor` emol heem!“, rief sie ihm entsetzt aus dem Saal zu. Narhallamarsch!

Sascha Marfilius und Lisa Gerhard landeten mit einem Sketch ebenso wie Karin Ostgen und Sandra Engbarth als jungvermählt-verliebtes Paar, das im siebten Himmel auf Wolke 7 schwebte, einen Volltreffer. Ganz schnell drehte sich der Wind, das Paar machte das Leben zur Hölle. Wurzelsepp und Miststück oder Emanze und blöder Hund waren dabei noch gelinde Anfeindungen, die man drucken kann.

Trainerin Corinna Nickel forderte dem 13-köpfigen Männerballett alles ab: „Let´s Twist Again“ von Chubby Checker, „Tutti frutti“ von Little Richard oder „Rock´n Roll –Let´s  have a Party“ von Elvis mit Wahnsinnstempo waren Musikstile, die pure Gefühle und Lebenslust ausdrückten, und deren Choreografie das Männerballett trotz leichter Blessuren meisterte und bei der Zugabe Schnappatmung bekam.

>>Weitere Mitwirkende und Akteure: Durch das Programm führten Karin Ostgen und Marc Wommer – Letzterer wurde gemeinsam mit Corinna Nickel für „herausragende Verdienste der Kampagne als Prinzenpaar“ mit Krönchen besonderes geehrt. Die Playback-Show mit Quoten- und Fetenhits von DJ-Ötzi, Florian, Mama-Lauda oder Cordula Grün waren mit Luftgitarre und Konfettiregen fulminante Eyecatcher: Andreas Baltes, Sven Bauer, Björn Brüssel, Andreas Henrich, Danny Mitchell, Jens Wommer und Enrico Altmaier hießen die Akteure, die eine lauthals geforderte Zugabe gewährten. Sie bildeten mit den weiteren Mitwirkenden Marc Wommer, Peter Bilow, Joachim Baab, Eike Füllmann, Jan-Eric Schnauber und Jörg Förster lange nach Mitternacht das 13-köpfige Männerballett.


Frau Kemmer+Frau Schmidt

Heimspiel für Frank Heilmann

959 Monate junger Senior E.H.

Finale nach 5 Stunden

Männerballett gnadenlos gefordert