Ortsbildprägende wilde Weide (Salix-älteste voreiszeitliche Blütenpflanze) mit der Kettensäge den Garaus gemacht - Falscher Standort mitten im Weinort

Kategorie: Bad Sobernheim, Meddersheim, Lokale News an Nahe und Glan, Bernd Hey: Meine Meinung

 

Fotos unten -Textende- Endlich wurde die 25 Meter hohe, ortsbildprägende Weide mit der Mc-Culloch Kettensäge der Garaus gemacht. Mitten in Meddersheim stand das mächtige Ungetüm dort, wo es kein Mensch haben wollte! Die Sauerei das ganze Jahr über mussten die Anwohner ertragen: Laub, Gestrüpp, herabfallende Äste, obwohl sich das Teil etwa Ende der 1970-er Jahre selbst pflanzte und im Altenberger Bach genug Wasser hatte.  Jahrzehnte kämpften Anwohner dagegen und hatten Stress mit verstopften Dach-Abflüssen, Regenrinnen, Einlaufschächten abgebrochenen Ästen, ja sogar Schäden an Dachziegel und an Laien-Ortgängen sind dokumentiert. Kinder waren in höchstem Maße auf dem Weg in die Kita „Auf der Hohl“ gefährdet. Anwohner saßen Ende der 1990-er Jahre im Ortsgemeinderat und mussten sich vom damaligen Förster anhören lassen, dass keine unmittelbare Verkehrsgefährdung bestehe. Er wohnte ja auch nicht da - das Ungetüm wurde immer größer. Am Ende reichte der 20-Meter-Ausleger nicht und musste größeres Gerät bei der Baaumfällung herbeigeschafft werden.

Jetzt wurde er endlich vom Kirner Diplom-Forstwirtschafts-Ingenieur Peter Glitsch gefällt und vom örtlichen Holzhandel MW-Wilhelmy zur thermischen Verwertung abtransportiert. Bürger sehen solche Bäume an der Nahe, im Wald oder auf den Feldern in der Gemarkung gerne stehen- aber da wachsen kaum mehr Obstbäume oder  solche „Oschies“, da wollen die Bauern mit ihren Mähdreschern nicht drum herum kurven!

Gemeinde und Anwohner sollten auf der Hut sein, dass solch ein Moloch nicht wieder austreibt, warnten die Baumfäller.

Übrigens: Soviel holzgewildert, geplündert und Kahlschlag entlang den Straßen unter den Deckmäntelchen „Verkehrssicherungspflicht“ und „Eschentriebsterben“ wurde noch nie. Und weiter: Kein Mensch bietet diesen unsäglichen Alt- und Totholzkonzepten Paroli. Wie kann es sein, dass dicke Stämme im Wald verrotten müssen, nur um die Energie- und Holzpreise hoch zu halten?!? – das ist Frage jeder Waldbegehung. Viele Gemeinden lehnen den kostenpflichtigen Kahlschlag ab. Klare Ansage in Limbach, z.B: „Wald ist unsere Spardose – wir wollen nichts abholzen, nur um Kosten für Beförsterung, Harvester oder Bürokratie zu zahlen“.

Alt- und Totholzkonzepte sind wie der Hunsrück-Nationalpark reine Ländersache. Bezüglich der naturschutzrechtlichen Anforderungen ist ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) vom Januar 2006 maßgebend: Der EuGH stellte damals fest, dass die in § 43 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) festgelegte Legalausnahme für land- und forstwirtschaftliche Bodennutzung nicht im Einklang mit der FFH (Flora-Fauna-Habitat) -Richtlinie stand. Im Dezember 2007 wurde das BNatSchG novelliert, mit der Folge strengerer Artenschutzbestimmungen auf der gesamten Waldfläche. Diese strengeren Bestimmungen sind für viele Alt- und Totholzarten relevant – und wir Deutsche kleckern nicht, wir klotzen und setzen auf allen Nonsens aus Straßburg und Brüssel nach einen drauf: Lieschen Müller und Otto Normalo zahlen den Unsinn!

 


Die Weide musste weg

Riesenmolloch

Direkt am Wehr...

...mitten in Meddersheim