Singendes Dorf Merxheim: Benefizkonzert in katholischer Kirche überraschte!

Kategorie: Bad Sobernheim, Lifestyle, Lokale News an Nahe und Glan, Merxheim

 

Fotos unten: Merxheim. Beim einem Musik- und Liederabend präsentierten sich Chöre und Solisten sehr ausdrucksstark und von ihrer schönsten Seite: Das singende Dorf machte beim Benefizkonzert zur Restfinanzierung der Bühnenpodeste oder auch für die Küche im Rathaus seinem Namen alle Ehre - das Küsterteam hatte den Barockaltar aus dem Zisterzienserkloster Himmerod in der dem Kardinal Karl Borromäus geweihten katholischen Kirche mit brennenden Kerzen optisch festlich hergerichtet.

Harmonisch in sich ruhend klang zur Einstimmung das „Vater unser“ und das „Kyrie-Eleison“ von der Orgelempore aus. Der MGV Harmonie & der Cäcilienverein hinterließen eine tadellose Visitenkarte und hatten auch das Lied „Wie kann es sein“ von den Wise Guys neu einstudiert. Alle Chöre dirigiert Ramona Wöllstein, die für diesen Abend aus einem ganz breiten Repertoire beliebter Melodien schöpfte, der Kinder- und Jugendchor stand keinesfalls stocksteif sondern lebhaft und artikulierend um den Altar: „Siehst du die Sterne“ aus dem Genre deutsche Gospel oder „Open the Eyes“ passte in die Kirche, die Kinder trugen dies engagiert und leidenschaftlich vor. Emily Heß nahmen sie in ihre Mitte: Von ganz zarten Klavierklängen begleitet sang sie „In the Arms of an Engel“ und verbreitete das erste Gänsehautgefühl des Abends. Dank waren Bravo- und Jubelrufe. Ein weiterer fetter Farbtupfer waren die zahlreichen Solisten: Im Stile eines Richard Clayderman überraschte gekonnt und gefühlvoll Herbert Geiss am Klavier mit „Thanksgiving“, Jannik Wagner (11 Jahre) aus Merxheim spielte die weltbekannte Weise „Für Elise“, und Johanna Ullman traute sich ganz professionell zu Klavierbegleitung den modernen Soundtrack von Demi Lovatos „Heart by Heart“ aus der „Chronik der Unterwelt“ zu singen. Alle Solisten glänzten mit einer tadellosen Performance. Ebenfalls Beifallsstürme heimsten das faszinierende Duett Melanie und Ralf Biermann („You raise me up“) sowie der Monzinger Gesangsschüler im Merxheimer Jugendchor, Jannis Kostelnik, ein, der ganz stark und authentisch das „Hallelujah“ von Leonard Cohen interpretierte.

Rhythmisches Klatschen begleitete die Melodien des gemischten Chores der zum Segeltörn anregte und Frühlingslieder wie Danyel Gerards „Butterfly“ meisterte. Da hätten die Zuschauer gerne mehr gehört. Der Deutsch-Russische Chor mit neun Frauen und Urgestein Emil Geißler, Vladimir Adam und Jakob Gudi mit Quetschkommod` sang sehr voluminös zwei Volksweisen aus der russischen Seele. Ihre Premiere unter dem Namen „Zeitlos“ feierte der Merxheimer Elternchor mit Udo Jürgens Zukunftshymne „Ihr von Morgen“ und „Viva la vida“ – eine Punk-Rock-Version. 35 Stimmen singen im Elternchor, aber auch mit zwei Dutzend Akteuren fesselten sie ihre Zuhörer. Chapeau!

Ein weiteres absolutes Highlight war der Mundartbeitrag von Landfrauenchefin Iris Kistner, die alte Merxheimer Kamellen aufwärmte, wie „früher“ in der Mainacht die Hexen am Burggraben ernst machten. Da klebten förmlich die Zuhörer an ihren Lippen: Nein, kaputtgemacht habe man nichts, erinnerte sie sich heiter an die Konfirmation an „Palmsunndach“, als man zu den Großen zählte, an Bier und Wein nippte und „hehlich“ (heimlich) eine Zigarette ansteckte. In der Hexennacht streute man Verliebten oder Verheirateten, wo die Chemie nicht mehr zu stimmen schien, ein „Pädchen“ aus weißem Kalk. Einmal wurde ein Hund mit Omas Schlaftabletten in der Hausmacher Wurst eingeschläfert und samt Hütte umquartiert… „Heimatland, was waren das für schöne Zeiten - man darf gespannt sein, ob die heutige Jugend ebenso kreativ sein wird“, meinte sie spitzbübisch.

Die Abschiedszugabe „Schod is“ des alpenländischen Komponisten Lorenz Maierhofer sangen alle gemeinsam und standen im weiten Rund fest an Kirchenmauern. Mit diesem textlichen Inhalt gesprochen, bedauerten nicht wenige, das es „ausgesprochen scheen war, aber genau so schod is, weil's Konzert der singenden Gemeinde Merxheim bedeutend mehr Zuhörer verdient g' habt haett`“.

Im Anschluss saßen alle noch lange bei Laugengebäck, Finger-Food und kleinen Snacks zusammen: Es war angerichtet- von jeder Chorgattung, auch von den Landfrauen oder der Theatergruppe „Vergess de Text“ waren Helfer eingeteilt- das gemeinsame Miteinander war groß geschrieben und entsprechend stand allen Akteuren die Freude ins Gesicht geschrieben. „Es Zeich muss gess` werde“- lud Stefan Ottenbreit zum Verweilen ein und dankte Chorleiterin Ramona Wöllstein für ihre großartige Leistung. „Ja, ihr gebührt höchster Dank- ihr Arbeitspensum kann nicht hoch genug gewürdigt werden“ meinte auch Ingeborg Ullmann vom Küsterteam dazu. Die Montagsstrickerinnen vom kreativen Frauenkreis der katholischen Kirchengemeinde Merxheim und Umgebung überraschten im Pfarrsaal mit einem kleinen Basar, der dem gemütlichen Beisammensein sehr förderlich war.


Kinder- und Jugendchor

MGV Harmonie & Cäcilienverein

Der Elternchor "Zeitlos"

Gemischter Chor Merxheim

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