Günter Schwenk verstorben - Alt-VG-Bürgermeister wurde 73 Jahre alt

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2 Fotos unten: NACHRUF Hennweiler. / Kirn-Land: Alt VG Bürgermeister Günter Schwenk ist im Alter von 73 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit verstorben / Erinnerung an sein vielfältiges Engagement: Nach schwerer Krankheit ist der ehemalige VG-Bürgermeister Günter Schwenk im Alter von 73 Jahren am Samstag, dem 26. April verstorben. Schwenk befand sich nach einer schweren Krankheit in Reha.

Ob Lohmachen, Obstanbau, Schnapsbrennen, sein eigenes Museum im einstigen Hennweiler "Arme-Leute-Haus"oder seine Highland-Rinderzucht, die Günter Schwenk seit 25 Jahren mit viel Leidenschaft betrieb: Auch nach seinem Eintritt in den Ruhestand im Frühjahr 2005 blieb der gebürtige Hochstetten-Dhauner bis zuletzt in seinem Wohnort Hennweiler als Vereinsmensch mit seinen vielfältigen Aktivitäten seiner Linie treu.

Schon als junger Mensch ist Günter Schwenk durch sein Engagement in der evangelischen Gemeindejugend mit der Kommunalpolitik in Berührung gekommen. Dabei hatte er das Motto seines Pfarrers Schotte „Wenn man etwas verändern will, muss man mitmachen“ verinnerlicht und sich zu Herzen genommen.

Schwenk absolvierte bei der Firma Baacke ab 1954 eine Ausbildung zum Industriekaufmann. 1963 verließ er die Firma in der Kirner Bingerlandstraße und legte für seinen weiteren Werdegang den Grundstein, indem er zur damaligen Amtsverwaltung Kirn-Land wechselte. Nach seiner Arbeit in der Hauptverwaltung wurde er 1978 Werkleiter und bildete sich von 1976 bis 79 auf der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie in Kaiserslautern weiter.

Am 15. November 1986 wurde er in Nachfolge seines Namensvetters Adolf Schwenks zum VG-Bürgermeister gewählt und am 3. März 1987 ins Amt eingeführt, das er nach 18 Jahren im Amt bei den Kommunalwahlen am 13. Juni 2004 überraschend an den Seesbacher parteilosen Seiteneinsteiger und Juristen Harald Beuscher abgeben musste. "Ich habe nix  falsch gemacht", sagte er. Nur 118 Stimmen fehltem ihm, weil ihm vermutlich die eigenen Genossen die Gefolgschaft verweigerten. Selbst sah sich Schwenk stets als Macher und Optimist – immer bereit, klipp und klar, nicht hüh oder hott, für seine Ziele zu streiten. Und das tat er leidenschaftlich.  „Ohne neue Ideen geht nix weiter, Stillstand ist schlecht“, war seine Lebensphilosophie.

Mit Günter Schwenk ging eine bedeutende Ära im Kirner –Land zu Ende- er stieß vieles an und freute sich, in dem kleinen Otzweiler (weniger als 220 Einwohner) nach zähem Ringen und Verhandlungen die Dorfsanierung, die ihn in seiner ganzen Amtszeit begleitete, endich zu Beginn der 1990-er Jahr „Ad Akta“, wie er sagte, legen zu können. Schwenk war Vorsitzender des Fördervereins Schloss Wartenstein und hat das Projekt in Erbpacht zum heutigen Erscheinungsbild weiter entwickelt. Er betrachtete die dortige Entwicklung immer als „sein Kind“. Auch auf Schloss Dhaun war Günter Schwenk lange Jahre Vorsitzender der Heimvolkshochschule, und bis zu seinem Tod zweiter Vorsitzender. Parallel blieb er Vorsitzender der Freunde und Förderer der Heimvolkshochschule.

Der Erhalt kultureller Güter und deren Bewahrung war ihm ein Anliegen gewesen. Auch den Tourismus erachtete er als wegweisendes Zugpferd für die Region, förderte Privatunterkünfte und hatte selbst ausgezeichnete Ferienwohnungen. 23 Jahre war er Vorsitzender der Hunsrück Schiefer- und Burgenstraße, in seiner Heimatgemeinde Hennweiler Vorsitzender des Fremdenverkehrsvereins Lützelsoon. „Nur wenn man die Geschichte kennt, kann man die Zukunft gestalten- die Glut weitergeben, nicht die Asche bewahren“, betonte Schwenk anlässlich seines 70. Geburtstages und kurz zuvor 2011 bei der 950 Jahrfeier der Ortsgemeinde Merxheim, wo er auf einem Wagen das Lohmachen demonstrierte. Am liebsten war er draußen in der Natur, ursprünglich wollte er einmal Gärtner werden.

Unter seiner Ägide entstanden Gemeinde- und  Bürgerhäuser, ABM-Maßnahmen zum Erhalt der Ruinen Schmidtburg und Brunkenstein, die Tourismusförderung über das europäische Leader-Programm, aber vor allem auch der Erhalt und Umbau der Böcking`schen Lederwarenfabrik zum heutigen Verwaltungssitz, für den er stets gekämpft hatte. Günter Schwenk wird unvergessen bleiben, er wurde vielfach geehrt, war 40 Jahre im Dienst von Kirn-Land, und wurde mit der Goldenen Verdienstplakette von Kirn-Land ausgezeichnet.


Günter Schwenk wurde 73 Jahre, er starb am 26. April 2014

Der Fremdenverkehr lag ihm am Herzen - rechts vorn Harald Beuscher