ESO in Hahnenbach entwickelt sich zum Global-Player- Arbeit kommt zurück!

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Fotos unten: Hahnenbach.  Der SPD-Gemeindeverband besichtigte die Firma „ESO Electronic“ in Hahnenbach. Das High-Tech-Unternehmen ESO mit Chefin Ingrid Ottenbreit an der Spitze kennt man in der Region als Elektronic Service Ottenbreit, seit der Betrieb 1990 in Bruschied gegründet wurde. Sechs Jahre später zog die Firma nach Hahnenbach, weitere sechs Jahre später wurde in Lipova ESO Rumänien, und 2012 im texanischen Palestine ESO USA gegründet. Der SPD- Gemeindeverbandsvorsitzende Dominik Ottenbreit ist kaufmännischer, sein Bruder Björn (34) technischer Leiter. Jeweils 40 Mitarbeiter arbeiten in Hahnenbach und in Rumänien. „Wie löst ihr Sprachbarrieren, wie betriebsinterne Schulungen, wie ist die Wettbewerbssituation, und wie stet es mit dem Tariflohn?“ - die Delegation „löcherte“ Dominik Ottenbreit mit Fragen. Deutlich wurde von der ersten Minute an, dass hier ein innovativer und kundenorientierter Komplettdienstleister für technisch anspruchsvolle Serien von Elektronikbaugruppen mit kompromissloser und verbürgter Qualität tätig ist. Quasi ein Familienunternehmen als Global-Player, der die Prototypenfertigung zur Routine macht. 1000 höchst zertifizierte Produkte mit bis zu 30.000 Bauteilen werden im Portfolio für die Kunden aus allen Sparten angeboten. Doch bevor es in die hellen Betriebsräume geht, wo wie von Geisterhand gesteuerte Automaten Platinen bestücken und verlöten oder Bauteile in Pastendruckautomaten fertigen, müssen sich die Besucher „erden“; - mit Magnetband in den Schuhen gegen Überspannung elektrostatisch abschirmen.

Die Niederlassung in Rumänien habe sich im Laufe der Jahre quasi aus einem Hilfsprojekt heraus entwickelt: „Wir haben Elektrogeräte, Kleider und eine alte Kirchenorgel hingebracht“, bis Bruder Björn mit 10.000 Euro Firmenkapital den Standort als reine Win-Win-Situation aufbaute, denn die Leute in Rumänien hätten nichts mehr als faire Arbeit gebraucht, seien zuverlässige und gute Mitarbeiter, würden übertariflich bezahlt und wüssten dies sehr zu schätzen, informierte der 27-jährige. „Wenns am Preis hängt, sind wir hier nicht wettbewerbsfähig“- erklärte er und verblüffte seine Zuhörer: Der Automobilkunde „lässt grundsätzlich nicht in Deutschland produzieren“. Daher sei ESO Rumänien strategisch ein wichtiges Standbein mit 80 Prozent Umsatzwachstum, was beiden Standorten nützt, die sich personell gegenseitig helfen. „Schnell und flexibel sein“ sei Credo und Firmenphilosophie. Zum Vergleich: ESO hat 80 Mitarbeiter, der größte Bestücker in der Branche zählt 80.000 Mitarbeiter.

Die Auswirkungen globaler Mentalitäten reichen bis nach Hahnenbach, erläuterte Dominik Ottenbreit: Beispielsweise kehren nach dem chinesischen Neujahrsfest die Billigarbeiter nicht so schnell zur Arbeit zurück. Ähnlich die Fluktuation in Entwicklungs- und Schwellenländern: Wenn da die Tagelöhner genug verdient hätten, verleben sie das Geld, und so kommt viel Arbeit in die EU und nach Deutschland zurück. „Made in Germany“ von hoch qualifizierten Mitarbeitern zähle nach wie vor: ESO fertigt aktuell Starter für Leuchtstoffröhren oder Platinen für namhafte Hersteller von Garagentoren. Und wenn die Schiedsrichter die leuchtende Auswechseltafel hochhalten, steht im Innenleben: „ESO- Electronics Manufacturing Services“. Sei es der Prototyp eines neuen intelligenten Auto-Bremssystems oder ein HD-Kamerasystem- ESO steuert und regelt. Als Himmelsstürmer Felix Baumgartner aus 39 Kilometer im Heliumballon ausstieg, kamen brillant scharfe Bilder in HD-Technik mit Beteiligung von ESO aus Hahnenbach. Im Bereich Aviation ist das Unternehmen vom Luftfahrtbundesamt zugelassener Herstellungsbetrieb, ebenso direkter Zulieferer von Weltmarktführern.


VG- SPD bei ESO in Hahnenbach- Hightech und Know-how in Kirn-Land

Dominik Ottenbreit (re.) erklärt Arbeitsschritte beim Bestücken von Platinen