Hegering Kirn hat 28 Reviere - Beachtliche Strecken - Tacheles geredet!

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Fotos Textende - Kirn-Sulzbach. 28 Reviere bilden den Kirner Hegering. Die Jäger hatten in diesem Winter viel Waidmannsheil und konnten beachtliche Strecken verblasen. 2014 wurden 524 Stück Rehwild, 31 Keiler und 31 Bachen, 135 Überläufer und 101 Frischlinge im Hegering erlegt. Im Kirn-Sulzbacher Saalbau bei Hedi Collet wurde Tacheles über eine „jagdpolitische Klientelpolitik“ geredet.

Mit dem Jagdsignal „Jagd vorbei“ und einem Halali gedachte die Jagdhornbläsergruppe Hellberg Kirn den verstorbenen Friedrich Hahn (St. Johannisberg) und Eugen Schäfer (Bärenbach). Vier der fünf Bläsergruppen im Kreis nehmen am Landesbläserwettbewerb teil. Die Kirner sind amtierender Landesmeister, haben mit einer A- und C-Formation mittlerweile zwei Gruppen und treten im Landes- und im Bundeswettbewerb an. Dieter Werner (Hochstädten) und Bläserkollege Erich Heiser aus Meddersheim sind jagdliche Brauchtumspfleger.

„Ich persönlich befürchte, dass wir in fünf Jahren holländische Verhältnisse haben – es wird Zeit dass wir auf die Straße gehen“, sagte der Vorsitzende der Kreisjägerschaft und selbst Hegeringleiter, Klaus Nieding aus Meddersheim. In den Niederlanden gibt es bekanntlich Einschränkungen, Jagdzeitkorridore, und auch Baden-Württemberg habe ein Wildtiermanagergesetz verabschiedet. Jäger seien in Aufruhr. Bei diesen gravierenden jagdpolitischen Umwälzungen weg von jagdlicher Hege und Pflege hin zum „Manager“ und Erfüllungsgehilfen ließ er kein gutes Haar an den Grünen. Auf politischer Schiene sehe er schwarz, sobald ein grüner Koalitionspartner hinzukomme. Die Rechte der Jäger zu beschneiden diene als Blaupause fürs gesamte Bundesgebiet und nur weil Landtagswahlen anstünden, sei in Rheinland-Pfalz Atempause. Nieding warnte: „Nicht Jäger allein, Grundstückseigentümer, Landwirte und Winzer sind betroffen – Jagdrecht ist an Land gebunden“. Thema Wildkamera: Wenn der Landesbetrieb Forsten im Ingelheimer Wald Wildkameras aufhänge, sei das okay – wenn Jäger Kameras anbringen, sei das ein Verstoß gegen das Datenschutzgesetzt. „Hier wird mit zweierlei Maß gemessen“, er habe den Datenschutzbeauftragten des Landes aufgefordert, ihm einen 5.000 Euro Strafbefehl zuzustellen – bisher sei keiner eingegangen.

Überhaupt wetterte Klaus Nieding: „Die Jagdabgabe, wie sie derzeit verwendet wird ist rechtswidrig“, so der Landesjustitiar, weil erhebliche Mittel in Projekte fließen, die mit der eigentlichen Jagd, der Hege und Pflege nichts gemein hätten. Kirns Hegeringleiter Michael Kloss blies ins gleiche Horn: „Die neue Landesjagdordnung wird von sachfremden Erwägungen und Ideologie dominiert- wir dürfen keine schwarzen Schafe dulden. Wir müssen mit persönlicher Überzeugungskraft im sozialen Umfeld für die Akzeptanz der Jagd kämpfen“, rief Kloos aus. Die Jagd sei ein sehr sensibles Thema und stehe zunehmend unter kritischer Beobachtung. Auf Nachfrage bekräftigte er, dass die überhöhten Schwarzwildbestände in allen Landesteilen deutlich zu verringern seien. Die Schwarzkittel müssten ganzjährig intensiv bejagt werden, Frischlinge umfassend und unabhängig von ihrer Verwertbarkeit ebenfalls. Besonders effektiv: Großräumige, revierübergreifende Bewegungsjagden.

>>Am 11. April ab 14 Uhr lädt die Kreisjägerschaft zu ihrer Generalversammlung nach Waldböckelheim ein. Dann werden bei starker Politprominenz von Vertretern im Veterinärwesen um Dr. Petra Bänsch in Sachen Wildbret „Was dürfen wir und was nicht“ auch weitere Empfehlungen ausgesprochen.

Erstes Foto:  Die stärkste Rehbock- Trophäe für Gerhard Stein aus Bruschied. Gerd Hahn aus Seesbach und Dirk Möller (Kirn) wurden ebenso geehrt wie Frank Jung aus Meckenbach, der mit starkem Keiler punkten konnte. Karl Schuck und Dirk Bartnick bewerteten, Kreisgruppenvorsitzender Klaus Nieding und die örtlichen Hegeringleiter Michael Kloos und Bernhard Runkel gratulierten. Links im Bild ein sehr seltener Perückenbock, den Burkhard Müller aus Meckenbach erlegte.


Trophäen-Ehrung März 2015

Strecke Steinbruch Kirn vor Silvester 2014

Schwarzkittel Kampf angesagt

Symboldbild Wildkammer Nieding

Bläsergruppe Hellberg Kirn, vorn Hegeringleiter Michael Kloos.