Meddersheimer Haushalt tiefrot - Trotzdem U-3 Kinder in Kita willkommen!

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Fotos Textende - Meddersheim. Der jüngsten Gemeinderatssitzung vorgelagert war ein Ortstermin in der Kita „Rasselbande“ auf der Hohl. Es ging in erster Linie um die geplante, vier Meter breite Kleinkind Spielterrasse im Außenbereich im Untergeschoss für U-3-Jährige entlang der gesamten Kita-Südseite. Berufsgenossenschaft, Gemeindeunfallverband und weitere Prüfer beanstandeten, dass der vorhandene Spielplatz und die Spielgeräte in Gänze für Kinder unter drei Jahren ungeeignet sind. Der Kita-Förderverein will einen Obolus zu den geplanten Kosten in Höhe von 40.000 Euro beisteuern, informierte Ortsbürgermeisterin Renate Weingarth-Schenk, die Kosten sind im Etat eingestellt. Die Vorstellungen im Außenbereich sind weit gediehen, bauseits wurde für den Gruppen- und Turnraum bereits eine Brandschutztür installiert, ein Fluchtweg ist vorhanden. Die Ortschefin, die kommissarische Kita-Leiterin Irina Schmidt und Jürgen Faber vom Architekturbüro stellten dem Bauausschuss und dem Ortsgemeinderat die kleinkindgerechte Spielplanungen und die Anordnung eines kleinen Barfußpfades vor.

Die Maßnahme hat oberste Priorität. Derzeit besuchen 58 Kinder, darunter 34 Ganztagskinder den Hort. Die Einrichtung „Rasselbande“ hat eine Betriebserlaubnis für 75 Racker und darf 12 U-3-Jährige im Hort auf der Hohl aufnehmen, Tendenz: Stark zunehmend, Nachfrage ist auch künftig da. Anwesende Ratsmitglieder berichteten von reichem Kindersegen in Meddersheim, in einer Straße werden gleich drei weitere Neubürger erwartet.

Das Gremium nahm die Pausenhalle rechts vom Eingang in Augenschein, wo ein Sozialraum für Teambesprechungen entstehen soll. Auch beim Treppengeländer sei Gefahr in Verzug, müssten weitere Stäbe eingebracht werden, eine weitere Toilette installiert werden. Aufgrund eines defizitären Haushalts soll eine zusammenfassende Planung und Kostenermittlung erstellt werden, um über den Investitionsstock des Landes (I-Stock) Zuschüsse zu erhalten.

Grund: Im aktuell beschlossenen 2015-er Haushaltsplan klafft im Ergebnishaushalt bei Erträgen in Höhe von 1.792.400 Euro und Aufwendungen von 1.999.500 Euro ein Jahresfehlbetrag in Höhe von 207.100 Euro. Auch der Finanzhaushalt weist ein Minus von 152.800 Euro aus. Der Liquiditätskredit bei der VG hat sich um 159.400 auf 412.000 Euro erhöht, zusätzlich sind 224.000 Euro an Darlehn zu bedienen. Seit Einführung der Doppik am 1.1. 2009 hat sich das Eigenkapital der Gemeinde um 864.000 Euro (und damit um rund elf Prozent) verringert.

Was tun? Welche Stellschrauben hat die Gemeinde? Wie Gegensteuern? fragten Ratsmitglieder. „Ausreißer sind nicht festzustellen. Ihr fahrt auf Kante- mehr sparen geht nicht“, antwortete VG-Chef Rolf Kehl. 80.000 Euro Defizit in der Kita und 60.000 Euro im Gemeindesaal seien da, der Mangel müsse verwaltet und zwingend ein „Finanzausgleich neu gestrickt werden“, sagte Kehl. Im nichtöffentlichen Teil standen Auftragsvergaben und das Planungshonorar auf der Tagesordnung.

Zu den Fotos: Diplom-Ingenieur Jürgen Faber und Ortschefin Renate Weingarth-Schenk erklärten dem Rat den Sachstand über den Bau einer Kleinfeld-Spielterrasse, wo auch Teer oder Asphalt aufwändig entsorgt werden muss. Foto 2: Planer Jürgen Faber (rechts) erklärte dem Gemeinderat zwingend  notwendige Arbeiten in der Kita „Rasselbande“, die wegen der Aufnahme von U-3-Jährigen nötig sind.