6.364 Zahlende beim 42. Museumsfest - Riesenrad ist Publikumsmagnet

Kategorie: VG Sobernheim, Allgemein, Lokale News an Nahe und Glan, Kunst und Kultur, Bad Sobernheim, Kreis KH, Highlights

 

Fotos unten- am Textende: Bad Sobernheim. 6.364 Besucher, so viele wie seit Jahren nicht mehr, besuchten am Wahlsonntag das 42. Museumsfest im Nachtigallental. Publikumsmagnet waren zweifellos der neue Kinderspielplatz nahe der Museumsgaststätte Niederbreisig, wo ein 25-köpfiges und engagiertes Helferteam um Sonja Nitsch Gästewünsche erfüllte, sowie das 115 Jahre alte Riesenrad und der sehr gut frequentierte historische Jahrmarktsrummel im Eingangsbereich. Es duftete nach Popcorn - hier war quasi Epizentrum für Groß und Klein. Dosenwerfen, der Heiße Draht, Angeln und Fadenspiele oder Reifenschlagen ließen beim Familientag Kinderherzen höher schlagen.

Im Dreschschuppen staubte es gewaltig als die Bad Sobernheimer Klaus Fischer und Horst Günther sowie Peter Schön (Kirn-Sulzbach) die Transmissionsriemen der Dreschmaschinen in Bewegung setzten und das Rad der Zeit zurückdrehten. VG-Bürgermeister Rolf Kehl sah man im Quad Nachschub ordern; - Landrätin Bettina Dickes im Getränkestand: „Ich muss nicht helfen, ich darf!“

Übrigens: In allen vier Baugruppen war viel Leben und ging`s rund: Gesang und Musik wechselten sich mit den schweren Motorsägen von Boris Beuscher unterhalb der Scheune Neuburg am Trafoturm ab. Hier standen Drechsler Rudolf Becker, das Lauterecker Motorsägemuseum und das Forstamt Bad Sobernheim mit der Erlebnisschule Wald &Wild. Deren neuer Leiter, Diplom-Ingenieur Rüdiger Scheffer äußerte sich „restlos begeistert“ über das große Interesse an den Ständen über Wald und Wild, Flora und Fauna. Daneben feierte kurz vor seinem 80.ten Seilermeister Günter Dörr mit seinen Seniorenkumpels Walter Spielmann und Karl-Heinz Landfried aus Abtweiler sein 20-jähriges Jubiläum im Museum: „Ich komm´ jedes Jahr hierher“, sagte Stammkundin Elisabeth Jung aus Schloß-Böckelheim. Günter Dörr scherzte: „Die kleinen Diebe hängt man auf, die Großen lässt man laufen. Wär umgekehrt der Welten Lauf, würd ich mehr Strick` verkaufen“.

Im Gehöft Neuburg darüber wurden 170 Zuschauer gezählt, als das Hohnsteiner Puppentheater Mlyneck mit herrlichen Figuren und in wunderschönen Szenen beim „Froschkönig“ und „Der Grüffelo“ sein Publikum faszinierte. Wieder eine Station drüber auf dem Napoleon-Platz bei den „Ehemaligen“ waren alle 18 Garnituren voll besetzt – „Viel zu wenig“ bedauerte Peter Öhler von den Geschwaderangehörigen, die dastanden wie aus dem Ei gepellt, und überaus routiniert und harmonisch wie ein Uhrwerk bedienten.

Die Fleischerei Schmidt aus Weiler erweckte schräg gegenüber die Metzgerei Wöllstein und das Schlachthaus zu neuem Leben. Das Angebot ließ keine Wünsche offen: Nougat aus der Provence, Blechkuchen, Spießbraten und Torten, Flammkuchen oder Federweißer vom Weingut Schneider – Herz, was will man mehr! Im Verkaufsmobil von Kristina Krähling aus Waldböckelheim konnten die Besucher aus 170 Käsesorten wählen, „viel mehr los als in Vorjahren“, freute sich die Landwirtschaftsmeisterin. Ein gutes Dutzend Handwerkszünfte wie Drechsler, Sattler, Schmied, Uhrmacher, Korbflechter oder Seifenmacher ließ sich über die Schultern schauen und animierte zum Mitmachen – gegen 15 Uhr musste der Schwerbacher Schieferabrichter Dieter Weiland zum x-ten Male Material herbeischaffen  Bei Astrid Köhler aus Hundsbach nahmen erstaunlich viele Kinder am Töpfern teil, formten Tiere, Figuren und kleine Tonschilder.

Droben im Schusterhaus Wallhausen in der Baugruppe Hunsrück-Nahe wurde der „Alltag 1910“ vom Team um Wolfgang Eisenbrandt lebendig und authentisch präsentiert - das „Budche“ vom Freundeskreis war geöffnet, die Grumbieredämp angefeuert und Dirk Leyendecker stand Rede und Antwort über das dörfliche Kleinod, die bäuerliche Tierhaltung und das Schlachten, damit der Wintervorrat gesichert war. Vis-a-vis auf der Wiese wurde der zweite Grasschnitt („Krumet“) geerntet. Hier wehte die Leinenwäsche im Wind und unterhalb der Post gab Museumsbewohner Peter Rudl einen Malkurs – mehr als 60 Kinder beteiligten sich – Hahn und Enten waren kindgerechte Motive.

Jörg Anspach von der parkplatzeinweisenden Monzinger Feuerwehr sah „ganz viele Autokennzeichen - ein ständiges Kommen und Gehen“. Werbestrategin Monika Theobald bedauerte wenige Standabsagen, weil deren Betreiber Wahlhelfer waren. Sie rührte die Werbetrommel in mehreren Bundesländern und erhielt ganz viele Komplimente und Wertschätzung für die Arbeit von weit über 100 ehrenamtlichen Helfern: „Entspannte Atmosphäre, eine tolle Organisation. Zu viel für einen Tag -alles sehenswert: Wir kommen wieder“, so habe das Fazit gelautet, sagte sie.


Riesenrad von 1902

Schmidt / Weiler

Puppentheater

Dreschvorführung

Ex-GeschwaderA.