Meddersheim: "Willes" hatte genug Zielwasser intus - Schützenkönig!

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Zunge raus Fotos am textende anklicken - Meddersheim. So etwas hat es in der Weinbaugemeinde noch nicht gegeben – obwohl der majestätische Adler sprichwörtlich am seidenen Faden hing, wollte er nach sechs Stunden und über 600 Schuss nicht fallen. Ungläubiges Staunen herrschte im Schützenhaus: Nein; - er war nicht angeklebt, nicht angebunden und auch nicht verhext.

„Die Munition wird alle“ – scherzten die einen, „dieser Adler steht unter besonderem Naturschutz“ die anderen. Das hölzerne Teil wurde von Ehrenmitglied Erhard Dorn präpariert und ist erst drei Jahre alt, nachdem 2016 der damalige Meddersheimer Schützenkönig Achim Binhack den Flattermann in seine neue Heimat in den Taunus mitnahm. Vor drei Jahren fiel der Adler nach gut zwei Stunden und dem 150. Schuss. Am vergangenen Sonntag traten 19 Schützen um die begehrte Königskette mit jeweils fünf Schuss an, nachdem der Monzinger Schießsport-Vorsitzende Dr. Bernd Irmscher begrüßte und der 87-jährige Winfried Reichel von der Bubenheimer Mühle im Rheinhessischen mit zwei Böllerschüssen sowohl das Glücks- wie das Schützenkönigschiessen eröffnete. Als der Adler nach sechs Stunden nicht fallen wollte, entschieden die noch verbleibenden Schützen das Schießen auf eine Scheibe.

Den besseren Neuner erzielte der Meddersheimer Winzer und Landwirtschaftsmeister Wilfried Hexamer, der nach 1991, 2006 und 2014 zum vierten Male Schützenkönig wurde, ärgster Kontrahent war Christopher Hahn mit einer schwachen Neun, der als erster gratulierte. Dem Schützenfest ging ein großer Arbeitseinsatz mit Generalputz voraus. Der 1960 neu gegründete Meddersheimer Schützenverein zählt 90 Mitglieder und wird seit Jahresfrist vom Vorsitzenden Dr. Rolf Bernd Irmscher aus Monzingen geführt, der zuvor viele Jahre Stellvertreter und davor Kassenwart war und der viel Jugend integrieren konnte.

Schützenfeste haben in der Weinbaugemeinde eine große Tradition – und als der Schießsportverein 1960 gegründet und das Schützenhaus gebaut wurde, gab es noch keinen Sportverein im Ort. Im Meddersheimer Schützenhaus hängen Dutzende Urkunden und Ehrenscheiben von Schützenkönigen im Schüler-, Jugend- und Erwachsenenbereich. Dazwischen hängen vergilbte Blätter und Einladungen der Meddersheimer Schützengesellschaft, die drei Tage lang vom 4. bis 6. Juli 1891 zu einem großen Preis-Schießen auf dem Englischen Hofe (bei Menschels) einlud. „Das Schießen findet auf 175 Meter statt“, steht da zu lesen, die Musik wurde durch die Greogrius´sche Kapelle ausgeführt, sonntags und montags führte ein Festzug durch den Ort und zum Festplatze, abends war zum Ball eingeladen.

Im kommenden Jahr soll das 60. Schützenfest zwei Tage lang groß gefeiert und „samstags der Schützenkönig ausgeschossen werden, damit es nicht so hektisch wird“, informierte der Vorsitzende. Gleichzeitig findet nämlich beim Schützenfest das Glücksschießen für Jugendliche und Erwachsene statt. Bei den Erwachsenen siegten in diesem Jahr Alicia Eschborn aus Ingelheim, Silvia Euler, Ingrid Kehl, Nadine Korb-Hahn aus Schmidthachenbach, Marina Neuburger und Petra Hexamer.

Zum Siegerfoto: SSV-Vorsitzender Bernd Irmscher (von links) gratulierte. Alicia Eschborn gewann beim Glücksschießen, Gebäude- und Liegenschaftswart Uwe Gebhardt, Franziska und Katharina Thul mit Opa und Schützenkönig Wilfried Hexamer, SSV-Vize Benjamin Bleich und Benjamin Gehring.


So sehen Sieger aus!

Wände voller Scheiben

...und Erinnerungen

auch an anno dazumal