Gemeinschaftsübung bei Hay - Mehrere "Baustellen" und Drehleitereinsatz

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Fotos unten: Bad Sobernheim. Regelmäßige Feuerwehrübungen im Industriegebiet an der Westtangente machen Sinn und haben höchste Priorität. Das Übungsszenario war von den Hay- Mitarbeitern Rüdiger Frenger (Feuerwehr-Gruppenführer) sowie dem Firmen-Brandschutzbeauftragen und früheren VG-Wehrleiter Karl-Heinz Steinbrecher ebenso spektakulär wie realistisch ausgearbeitet worden: Ausgelöst durch die Brandmeldeanlage im Hay- Verwaltungsgebäude war aufgrund eines verrauchten Treppenhauses Personen im dritten Obergeschoss der Rückweg versperrt. Zu allem Überfluss kam es im Nachbargebäude wegen Unachtsamkeit eines Staplerfahrers zu einem Unfall. Fässer sind von einer Transportpalette gestürzt, gefährliche Dämpfe ziehen in die Produktionshalle B, wo Teile für die Automobilindustrie gefertigt und zwei Mitarbeiter vermisst werden.

Klare und knappe Anweisungen hallen übers Firmengelände, wo die Arbeit gewohnt weiter geht und Mitarbeiter ihren Job erledigen. Klar, geht es bei der Personenrettung um Sekunden! Die Männer an der Drehleiter arbeiten routiniert und fast schon mit stoischer Ruhe. Jeder Handgriff sitzt, jeder weiß, was er tun hat: Für die Buben der Jugendfeuerwehr in luftiger Höhe war die Statistenrolle im Drehleiter-Förderkorb ein Erlebnis und viel zu schnell vorüber: „Echt cool“ berichtete Marko seinen Freunden, die ihn als  „Verletzten“ in Empfang nahmen.

Das Übungsziel, an mehreren Ecken und Enden gleichzeitig effektive Hilfe zu leisten und schnell Menschen zu retten, wurde mit Bravour gelöst. Aber: „Bei dieser Annahme muss im Ernstfall tagsüber frühzeitig Verstärkung alarmiert werden“, erläuterte Hauptbrandmeister Volker Müller am Rande, weil viele Wehrmänner und –frauen berufstätig sind, oder außerhalb arbeiten. Atemschutzgeräteträger liefen zunächst in die falsche Halle, und auch die „grünen Marsmännchen“ in ihren futuristischen Chemikalienschutzanzügen (CSA) brauchen Orientierung und Hilfestellung schon beim Anziehen. Nicht förderlich: „Lasche und keineswegs hilfreiche“ bürokratische Verordnungen, wie dies bei der Manöverkritik deutlich wurde. Früher waren hinter der orangefarbenen Warntafel an den LKW´s der transportierte Gefahrstoff und die Sicherheitsdatenblätter dazu deponiert: Ein Griff, und die Einsatzkräfte wussten Bescheid. „Heute müssen wir sie im Führerhaus bis in die Schlafkabine suchen“, war die Einsatzleitung über diesen Umstand in Hightech-Zeiten nicht wirklich glücklich. Erstmals wurde bei dieser Übung über Laptop im Einsatzleitwagen erfolgreich die zunächst unbekannte, brandgefährliche Flüssigkeit Toluol als Gefahrstoff lokalisiert; -bisher musste die Einsatzzentrale am Johannisplatz oder Bad Kreuznach angefunkt werden. Mit fünf Mann war die Kirschrother Wehr um Uli Hehmann im Einsatz, zu sechst stellten die Meddersheimer um Wehrführer Roland Blatz die Wasserversorgung sicher. Unter den „Zaungästen“: Stadtchef Michael Greiner, Vize-VG-Wehrleiter Lothar Treßel (Monzingen) und Beobachter benachbarter Einheiten.


Löschschaum

"CSA-Männchen"

PA-Geräteträger

Jugendfeuerwehr