Heimweiler startet voll durch, 420 Seelen ziehen mit! Schwerpunktgemeinde der Dorferneuerung zählt 36 Reichtümer & Schätze auf - Land & Leute im Fokus

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Fotos UNTEN anklicken. Heimweiler. Am 29. Dezember 2029 brachten Vereinsvorstände gemeinsam mit Ortsbürgermeister Andreas Setz mitten im Ort neben dem Feuerwehrhaus drei großformatige Agenda-Tafeln mit dem Projekt „Dorfschatzkarte“ an. „OB“ Setz hielt eine kleine und feierliche Ansprache über den bisherigen Werdegang des Projektes „Dorfschatzkarte“ und bedauerte sehr, dass er aufgrund der Kontaktbegrenzungen wegen der AHA-Corona Regeln die breite Öffentlichkeit nicht einladen konnte – gewöhnlich werden derlei Aktionen mit einem kleinen Volksfest und der Dorfgemeinschaft gefeiert. Bekanntlich befindet sich die 420-Seelen-Gemeinde als Schwerpunktgemeinde mittendrin im Dorferneuerungsprogramm.

Der Arbeitskreis Tourismus leistete hier mit pfiffigen Ideen, viel Sachkenntnis und einer klar-gegliederten Struktur hervorragende Arbeit. Wie ein roter Faden zieht sich der Slogan „Mehr als man sieht. Mehr als man denkt“ durch das gesamte Projekt und beantwortet alle Fragen: „Wo entdeckt man was…“, „Was erlebt man wo…“. Informationsquellen, Sehenswertes und Historisches, Aktivitäten, Ansprechpartner, Übernachtungs- und Einkehrmöglichkeiten sieht man auf einen Blick.

„Wir wollen unser Dorf zukunftsfähig gestalten und positiv entwickeln. In solch einem kleinen Dorf gibt es mehr zu entdecken, als man vermutet. Oft muss man genau hinschauen, die Schätze im Ort und im direkten Umfeld zu erkennen“, warb Andreas Setz, und er sagte weiter: „Heimweiler als Marke, Heimweiler als Netzwerk, als Plattform. Wir wollen allen Mut machen und einladen, unser Dorf lebens-und liebenswerter und die ganze Region noch vielseitiger und bunter zu gestalten und zu präsentieren“. Alle seien eingeladen, Vereine, Gruppierungen, Unternehmen und Privatpersonen. Natürlich sei eine optimale Außendarstellung weit über Orts- und VG-Grenzen hinaus in punkto Tourismus das A und O. Aussagekräftige Hochglanz-Flyer werden diese Woche in die örtlichen Haushalte getragen, im Becherbacher Dorfladen und in Verwaltungen ausgelegt.

Vorhandene Agenda-Infotafeln oder normkonforme Wegweiser wurden integriert; - 36 Punkte waren quasi als „Reichtümer und Schätze“ im Abschlussbericht „Projekt Dorfschatzkarte“ deklariert und aufgelistet; - sie füllen die großformatigen Agenda-Tafeln, die über Land und Leute oder Bauwerke wie Kultur- und Naturdenkmäler, Mühlen sowie historische Gebäude informieren. Etwa der „Krebsweiler-Bahnhof“, wo Wagner und Schmied einst Tür an Tür wohnten und der Wortlaut „Hier geht’s zu wie uff em Bahnhof“ herrührt. Oder die Kegelbahn im Dorfgemeinschaftshaus, wo verschiedene Cliquen und Grüppchen in die Vollen werfen, und wo zwei Jahrzehnte lang Kegelschwestern und –brüder in diesen Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr, „zwischen den Jahren“, für wohltätige Zwecke kegelten. Ein Highlight ist das 1704 erbaute „Alte Rathaus“, neuere Errungenschaften wie E-Bike Service, Wohnmobilstellplatz, der saisonale Dorfkiosk der Jugend, WLAN-Hotspot oder die Panoramaschaukel über dem Ort und alle Vereine sind präsent.

Dabei bedeutet diese feierliche Einweihung lediglich ein Meilenstein und ist längst nicht das Ende der Fahnenstange: Denn die Wanderkarte und der Kultur- und Landschaftsweg Heimweiler unter dem Motto „…mit Krebs und Karer unerwäschs“ in Anlehnung an die beiden Ortsteile Krebsweiler und Heimberg mit ihren touristischen Sehenswürdigkeiten rund um den Ort wird gesondert vorgestellt. (Wir berichten noch). „Wir sind uns ganz sicher, da schlummert noch einiges im Verborgenen oder auch in unseren Köpfen“, sagte das Dorfoberhaupt Andreas Setz, der auf eine große Zahl ehrenamtlicher Helfer und Vereine zurückgreifen kann. Sie alle sind in Heimweiler seit jeher Antriebsmotor einer urbanen und florierenden Dorfgemeinschaft, die gemeindliche Einrichtungen nicht nur im Ehrenamt in Schuss hält und pflegt, sondern zu allen Zeiten horrende finanzielle Mittel investierte: „Es macht riesigen Spaß“, lobte Andreas Setz. Noch vor seiner Ära als Ortschef wurde im Juni 2013 unter seiner Federführung in einer 72-Stunden-Aktion der Grundstein für den Mehrgenerationenplatz am Sportplatz gelegt.

Und: Der Erfolg hat viele Väter: Dank sagte „OB“ Andreas Setz dem Ortsgemeinderat und den Vereinen sowie der LAG Soonwald-Nahe (Zuwendung von 2.000 Euro für ehrenamtliche Bürgerprojekte), die sich alle finanziell an den Kosten beteiligten. Weiterer Dank ging an Carola Schick fürs Design und das Kirner Unternehmen Arnd von der Burg sowie dem örtlichen Arbeitskreis Tourismus und dem Heimweiler Dorfverschönerungsverein. Ein Segen, wer so etwas hat!

Zum großen Foto bei der Präsentation: Carola Schick (von links), Kai Herbach, Michael Wichter, Klaus Stiwitz, „OB“ Andreas Setz und Klaus Wöllstein (rechts) befestigten die Tafeln der Heimweiler Dorfschatzkarte vis-a-vis dem DG-Haus.