Kirn: Schülerfirma "GK Entertainment" - aus Schülern werden Yuppies!

Kategorie: Kirn, Lokale News an Nahe und Glan, Schule

 

LachendGeldKirn. Mit einem Brettspiel zur Berufsorientierung namens „Real-Life“ nahm die elfte MSS- Klassenstufe des Kirner Gymnasiums am „JUNIOR“- Projekt der deutschen Wirtschaft Köln teil. Auch wenn die Schüler nicht in der „Champions-League“ spielen und der Sprung ins bundesweite Finale versagt blieb, gilt das Erreichte und selbst erarbeitete als ein ganz großer Gewinn für alle.

„Wir sind mächtig stolz darauf, aus einer Idee völlig eigenständig ein Produkt entwickelt zu haben, das es bis dato nicht gab“, ist sich der Sozialkundeleistungskurs als Clique einig. Sie liefen nicht überall offenen Türen ein, mussten „Türklingen putzen“ gehen, wie dieses Werben um Anteilseigner, Firmen und Werbepartner im Sprachjargon heißt. Der Hintergedanke des Spiels beruht darauf, Jugendlichen ab 14 Jahren die Möglichkeiten des Arbeitsmarktes in der hiesigen Region aufzuzeigen. 76 kleinere Unternehmen aus Kirn und Umgebung sowie elf Großunternehmen, deren Ausbildungsberufe samt Aufstiegschancen nachgespielt werden können, machten mit. Im „Berufsbuch“ sind Hotlines für Ansprechpartner oder Praktika genannt, mittlerweile wurden individuelle Erweiterungspacks erstellt. Anfänglich erfuhr die Schülerfirma des Gymnasiums Kirn „GK-Entertainment“ schnell die Regularien nach Angebot und Nachfrage in der freien Marktwirtschaft auf dem Kirner Andreasmarkt und dem Hochstetter Weihnachtsmarkt und dass Erfolg hart erarbeitet werden muss: „Was ein Spiel? Gibt’s doch schon“ hörten sie oft. Das Bohren dicker Bretter und Überzeugungsarbeit für ihr Meisterstück begann….  „Selbstvertrauen und das Auftreten ist besser geworden, man traut sich mehr zu. Wir haben ganz fest zusammengehalten und kamen im Team aus Tiefen gestärkt empor“, resümierten die beiden 17-jährigen Finanzstrateginnen Sarah Schönborn (Bärenbach) und Marie Schlapp aus Simmertal.

Zum Geschäftlichen: Bei der Auflösungsversammlung wurde jüngst den 90 Anteilseignern zehn Prozent Rendite auf ihr Stammkapital von zehn Euro ausgezahlt. Dickes Lob ging an Lehrer Kai Heß, an Förderer und Firmen. So habe Arnd von der Burg das Logo entworfen, Theke und Messestand gebaut. Aber: Etwa die Hälfte der 500 produzierten Brettspiele müssen noch verkauft werden. Zudem steht die Geldwerte feste Zusage (um 500 Euro) von Bürgermeister Fritz Wagner und VG-Bürgermeister Werner Müller, diese kreative Spielidee in einem „Geschmacksmuster“ zu schützen. Also macht  die Schülerfirma im kleineren Kreis weiter, und betritt auch hier völliges Neuland.

Was blieb schulisch haften? Das A und O sei die Teamarbeit, sagen sie. „Oft neigen Schüler dazu, sich gehen zu lassen. Dieses Jahr war ein Paradebeispiel in Sachen Motivation: Es erwies sich als ganz wichtig, dass jeder weiß was er wann zu tun hat, und dass dann die Arbeit auch erledigt sein muss“, sagt der Ex-Aufsichtsratsvorsitzende Niklas Franzke selbstkritisch. Till Rheinländer aus Heimweiler wollte beruflich Mathematik zu seinem Lebensinhalt machen, nun hat er Gefallen am Design gefunden. Roman Gerth will Journalist werden, bei Radiosendern hat er reingeschnuppert und macht jetzt in den Ferien Praktikum bei einer Zeitung. Anfang August wollen sie mit der Kirner Diakonie-Werkstatt auf dem Sulzbacher Freizeitplatz als kleines Dankeschön ein Grillfest feiern, denn dort wurden von Experten die ersten 100 Spiele kreiert und geklebt.


GK Entertainment MSS 11 Kirn