Die Dhauner Stroß is mei Stroß! Fritzes Spielwiese - heute Baustelle & Zubringer!

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Fotos unten anklicken: Kirn. Der Ausbau der Dhauner Straße in zwei Abschnitten ist in vollem Gange und wird Kirner Anwohner, Schüler der Dominikschule und Pendler noch ein Jahr beschäftigen. Vor Jahren wurde die Kreisstraße zur Einbahnstraße, sie ist dennoch größter Zubringer für den gesamten Hunsrück in Richtung Oberhausen und Hennweiler und dementsprechend als Nadelöhr stark frequentiert.„Die Dhauner Stroß ist mei Stroß!“, sagt Fritz Wagner beim Ortstermin und nahm jüngere Ausschuss- und  Stadtratsmitglieder beim Ortstermin mit auf eine Zeitreise. Hier wuchs er auf, spielte er als Kind Federball auf der Gaß` und kennt die Reilcher und Gäß`cher, die heute im Fokus stehen, wenn sie für Beitragszahlungen herangezogen werden. Bis Mitte der 1970-er Jahre wohnte er hier, den „Toten Pfad“ kennt er aus dem Effeff, weil es da wegen der steilen Halmer Felsen nicht mehr weiter geht. Hier hat Fritz Wagner ein Heimspiel und seine Augen leuchten bei Kindheitserinnerungen, hier lassen die Kirner auf ihren Fritz nichts kommen, und im Gegenzug kennt er seine Pappenheimer. „Es Unkelche“, das einst in Schmitthöfersch Haus wohnte, „Hartmanns Katzevadder“ mit seinen 32 Schmusetigern, „Bäcker-Beckersch“, also Beckersch, die eine Bäckerei hatten. Mühelos kann er 21 Selbstständige von der Weißen Brücke bis in die Mühlenstraße aufzählen, die Metzgerei Dahlheimer mit ihrer breiten Front vis-a-vis des Felsenkellers, später Borgerts Hans und Annemarie als Inhaber, ist da noch das Leichteste. Nun liegt überall eine stahlblaue Notwasserleitung. Es gibt Beschwerden, weil der Verkehr Kopf steht, Einbahnstraßen umgedreht sind, und weil es im Bereich Amalienstraße / Dominik-Grundschule striktes Parkverbot gibt: „Allein schon wegen der Kinder und der Busse werden wir das Parken dort nicht erlauben“, bleibt Fritz Wagner hart, die Anlieger dürfen im Baustellenbereich nahe dem Felsenkeller-Parkplatz parken. Beschwerden nimmt er hier besonders ernst. Es juckt ihn schon etwas mehr, als wenn in Peking ein Sack Reis umfällt. Denn hier ist er mit dem Wohl und Wehe seiner Schulkameraden direkt konfrontiert: „Fritz, die Rechnung is schon do: Das wäre vier schöne Urlaube für mich gewes`“, muss er sich von Doris Bernhard anhören lassen, während ihre Nachbarin nicht zu Beitragszahlungen herangezogen wird, weil sie nicht im Ausbaugebiet liegt. Auch Thema weil deutlich sichtbar: Vandalismus mit eingeschlagenen Fensterscheiben in bewohnten Häusern durch dumme Buben. Jeder kommt, buddelt die Straße auf, und macht sein Ding: Tiefbaufirmen und die Stadtwerke mit Hausanschlüssen für Gas, Wasser und Abwasser sind tätig, die RWE verlegt ein 20 KV-Leitung und Telekom eine neue Datenautobahn. Ältere Bürger mit ihrem Rollator sind arg eingeschränkt: Auch wenn im Endausbau die Gehwegsfläche in Betonpflaster und mit Tiefbordsteinen von 535 auf 740 Quadratmeter um 40 Prozent vergrößert und durchgängig auf 1,25 Meter ausgebaut wird, „ist im Grunde genommen kein ordentlicher Trottoir aufgrund der Häusertreppen möglich“, bedauern viele. Die Fahrbahnspur wird von teils über fünf auf 3,50 Meter mittlere Breite reduziert.

Im Detail: Die Baukosten der Stadt für Gehwege und LED Straßenbeleuchtung stehen mit 122.700 Euro zu Buche. Finanziert wird dies durch 26.800 Euro Landeszuweisung und die Ausbaubeiträge. Baukosten der Stadtwerke für Wasser und Kanal: 223.000 Euro. Die Baukosten des Kreises für die Asphalt-Fahrbahn der K 5 sollen ca.220.000 Euro kosten. Hinzu kommen die Kosten der Versorgungsträger (Gas und andere). Bauzeit: Ein Jahr, bis Mai 2012.


Dort wohnte "es Unkelche"

Wasser-Notleitung

So solls werden

Auf dem Weg zum Tote Paad