5.tes Neujahrs-Feuerwerk der Blasmusik: Odernheimer in Martinskirche

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UnschuldigCool Monzingen. Auf einen guten Start! Vor einer prächtigen Publikumskulisse in der Martinskirche spielte das Disibodenberg-Blasorchester aus Odernheim auf und brannte aus dem Genre konzertante Blasmusik, Filmmusik und modernes Repertoire ein gefeiertes Neujahrs-Feuerwerk ab. Die Gäste überraschten zudem mit weihnachtlichen Klängen und sie gastierten hier zum fünften Mal in Folge. Ute Teado sowie Presbyter und Küster Bernt Petersohn vom Förderverein der Monzinger Martinskirche begrüßten und dankten, und sie waren im Anschluss beim Umtrunk gute Gastgeber.

„Mountain Wind“ (Bergwind) hieß das stimmungsvolle Entree von dem international renommierten Arrangeur Martin Scharnagel, gefolgt von der fröhlichen „Ouvertüre to a Winter Festival“. Basierend auf vielen internationalen Weihnachtsliedern und für traditionelle Konzerte der US Army-Band komponiert, kehrte noch einmal abseits vom Weihnachtstress so etwas wie herzerwärmende innere Einkehr und Vorfreude auf Weihnachten und das neue Jahr ein.

„Shallow“ folgte. Dieser Titelsong des Films „A Star is Born“ trägt die Handschrift und bedeutete den Durchbruch von Lady Gaga. „Im Song geht es um eine leidenschaftliche Liebesbeziehung, um Alkohol und Exzesse, und die Frage des Glücklich seins. Stürzen sie sich mit uns mutig ins tiefe Wasser und lassen das seichte, flache Wasser, `the Shallow`, hinter sich“, nahm die charmante Moderatorin Chantal Scherer als Konzertführerin die Zuhörer mit, die jederzeit bestens und ausführlich informiert waren. „Circle of Life“ und „Can you feel the Love tonight“, zwei Meisterwerke aus der Walt Disney Filmschmiede, wo Sir Elton John und Filmkomponist Hans Zimmer die Musik schrieben, war ein leidenschaftlich-interpretiertes Medley, ein Soundtrack wie aus einem Guss.

Im vergangenen Jahr spielte erstmals das Blasorchester an historischer Stätte auf dem Plateau in der Klosterruine Disibodenberg anlässlich seines 50. Geburtstages ein Serenadenkonzert. Eigens dazu hatte der Amerikaner Todd Stalter ein Werk komponiert, der sich auf den Satz der Heiligen Hildegard „…dann sah ich den strahlenden Himmel“ bezieht. Berührende, teils dezente mystische Musik, dominant mit Flöten- und Schellenklang, wirkten noch lange in der Martinskirche nach. Im Kontrast dazu ging es ins Reich der Fantasywelt von J.R.R.Tolkin „Der Herr der Ringe“. Solche Episoden mit spannenden Sequenzen, wo dominantes Schlagwerk oder sich durch rasant-wechselnde Register schlagartig die Melodieführung ändert, sind eine wahre Spielwiese und Fundgrube für Akteure wie Zuhörer gleichermaßen. Das Disibodenberg-Blasorchester hat seine Fangemeinde und wurde gefeiert – auch beim jüdischen Chanukka-Fest mit drei unterschiedlichen, traditionellen Klezmermelodien („A Klezmer Karnival“) aus der Feder von Philip Sparke. Die Conférencieuse Chantal Scherer informierte über diesen Kulturkreis und seine Musik, die sehr fröhlich, aufbrausend bis ekstatisch, aber auch Melancholie und tiefste Traurigkeit ausdrücken kann. Für diese brillante Interpretation gab es Extraapplaus. Weiteres Highlight war ein eigens arrangiertes Medley „Be`swing`te Weihnachten“ mit einem bunten Weihnachtsmelodienstrauß aus mehreren Stilrichtungen von James Last bis Rolf Zuckowski, von gedämpfter Holzbläsermusik bis hin zum klassischen Big-Band Sound.

Vorsitzender Stefan Scherer dankte im zehnten Jahr dem musikalischen Leiter Christoph Kaul und seiner Talentschmiede: „Ein Dirigent wie Du ist das Beste, was uns passieren kann und es ist für jeden eine Bereicherung, dass er in diesem Orchester mitwirken darf“. Christoph Kaul dirigiert Hallgarten und Odernheim, er hat das Holzblasinstrument Klarinette studiert, und er unterrichtet hauptberuflich als Musiklehrer an der städtischen Musikschule in Mannheim Klarinette und Saxofon.

Ein Kracher darf natürlich bei einem derart gefeierten Neujahrskonzert mit stehendem Beifall von Fans und Zuhörern nicht fehlen: Die erste Zugabe war der „Fliegermarsch“, die 1912 komponierte heimliche Hymne der Luftwaffe in der Fassung für Militärorchester, brillant intoniert, und die zweite Zugabe war  „Jesus berühre mich“.


Disibodenberg spielte dynamisch+engagiert

im 51.Jahr: Das Blasorchester Odernheim